Sick over christmas and sleeping into the new year

Am 24.12. waren wir in Dien Bien Phu angekommen, der letzten größeren Stadt in Vietnam bevor wir über die Grenze nach Laos fahren wollten. Obwohl wir die Weiterreise und den Grenzübergang schon für den nächsten Tag geplant hatten, haben wir insgesamt doch 4 Nächte in der Stadt verbracht. Zuerst hatte nur ich eine etwas größere Magenverstimmung und als es mir gerade wieder ein bisschen besser ging, hat es uns beide noch mal erwischt. Glücklicherweise waren wir in einem sauberen und angenehmen Guesthouse untergekommen, sodass wir uns keine Gedanken machen mussten eventuell noch andere Sachen einzufangen. Wenn ich nicht gerade im Bad war, habe ich gefühlt geschlafen. Essen war die Tage nicht meine Lieblingsbeschäftigung, wodurch ich ziemlich schlapp war. Am 28.12. ging es dann aber endlich weiter. Es stand uns ein etwas größerer Anstieg bevor, der jedoch nicht so schlimm war, wie uns einige andere Radfahrer berichtet hatten. Der Grenzübergang Pang Hoc nach Laos liegt auf etwa 1200m mitten in den Bergen. Hamish hatte zuvor online über die Einreise gelesen und wusste, dass zusätzlich zu den Gebühren für das Visum, etliche andere Gebühren verlangt werden würden, die jedoch nicht ganz rechtlich seien. Wir haben also so getan, als wenn wir nur das Geld für unser Visum dabei haben und ein ganz bisschen Restgeld von Vietnam. Insgesamt werden 7 US $ pro Person mehr verlangt, 3$ davon nur um den endgültigen Stempel in den Pass zu bekommen. Wir mussten zwar ewig lange warten, da jeder sehr darauf beharrte das Geld zu bekommen, aber letztlich hat sich das Warten ausgezahlt. Wir haben 14 US$ gespart, hatten währenddessen Lunch und sind noch pünktlich im nächsten Ort angekommen. Willkommen in Laos, meinem 15. Land auf dieser Reise.

Der Norden Laos ist genauso wie der Norden Vietnams sehr bergig. Es schien auf dem erstem Blick ein etwas langweiliges Land zu sein. Die Landschaft war die ersten zwei Tage nicht sehr spektakulär und was das Essen angeht, ist es im Norden Laos noch schwieriger regelmäßig auf der Strecke Essen zu finden, als in Vietnam, so schien es. Nach ein paar Tagen in dem Land, hatten wir uns jedoch damit abgefunden und arrangiert. Wir haben ein paar Sachen gefunden, die wir essen und zusammen mischen können und wir haben angefangen anders zu planen. Sobald wir was leckeres gesehen haben, was zudem noch abgepackt ist, haben wir viel davon gekauft, sodass wir für längere Strecken genug Essen dabei hatten. Die Straßen in Laos sind verglichen zu einigen in Vietnam sehr verkehrsarm. Oft fühlt man sich fast so als ob man auf einem super breiten Radweg unterwegs ist, auf dem nur ab und zu ein Motorrad oder Auto vorbei kommt. Man weiß diese Ruhe sehr zu schätzen. Die kleinen Dörfer durch die wir gefahren sind waren interessant. Genau wie in Vietnam ist die Lebensweise sehr simpel und es werden unglaublich viele Naturmaterialien verwendet. Man sieht Kinder, die Holz und Farne sammeln und es/sie an der Straße entlang zurück zum Haus tragen, Frauen, die Wäsche unter fließendem Wasser am Straßenrand waschen oder kochen und den Mann, der etwas baut oder Holz hackt. Es gibt so viel zu sehen und so vieles zeigt einem wieder, wie einfach man es doch zuhause hat und wie luxuriös unser Leben ist. So vielen von uns ist das glaube ich überhaupt nicht bewusst.

Laos ist wohl das ärmste Land durch das ich in Asien gefahren bin. Trotz der erwähnten anfänglichen Zweifel, ist es zum Radfahren durch die verkehrsarmen Straßen perfekt und es gefällt mir. Auch wenn einige Berge mit einem solchen beladenen Fahrrad wie meinem super anstrengend sind. Die Menschen sind freundlich und freuen sich, wenn man sie beim Vorbeifahren in ihrer Landessprache grüßt. Lustiger Weise zahlt man für die meisten Sachen hier trotzdem mehr als wir es zum Beispiel in Vietnam gewöhnt waren. Aber was soll´s?! Anderes Land, andere „Sitten“ und schließlich hat man ein besseres Gefühl beim Zahlen eines höheren Preises, wenn man weiß, dass es der normale Preis hier im Land ist. Umrechnen und vergleichen mit Vietnam tun wir es trotzdem noch oft genug.

Seit dem dem Tag, an dem wir über die Grenze gefahren sind, treffen wir unglaublich viele anderen Touring Radfahrer, was daran liegen könnte, dass es in Laos keine wirklichen Ausweichstrecken gibt und jeder Radfahrer auf denselben Straßen unterwegs ist. Zudem ist es momentan vielleicht noch die Weihnachts-/ Winterurlaubssaison. Die meisten sind nur für 2-5 Wochen unterwegs. Nur einige wenige sind auf einer so langen Reise, wie ich. Meistens hält man für einen kleinen Small-Talk an, man trifft sich vielleicht noch mal wieder auf der Straße, wenn man in dieselbe Richtung fährt oder hat Dinner und ein paar Bier zusammen. Es tut immer wieder gut sich mit anderen Radlern auszutauschen.

Am 05.01.2018 sind wir in Vang Vieng angekommen. Es sind nun noch nicht mal mehr drei Wochen bis es nach Hause geht. In meinem Kopf herrscht ein totales Gefühls- und Gedankenchaos. Es waren die besten zwei Jahre in meinem Leben und es fällt mir so unglaublich schwer nach Hause zu fahren und nur an den mir bevorstehenden Alltag zu denken!

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On December, 24 we arrived in Dien Bien Phu, the last major city in Vietnam before we crossed the border to Laos. Although we had already planned to continue to Laos the next day, we spent a total of 4 nights in the city. At first, it was only me having a sore stomach and feeling sick. When I started to feel a little bit better again, both of us suddenly got sick again. Luckily we stayed in a clean and pleasant guesthouse so we didn´t have to worry about catching anything else. The time I didn´t spend in the bathroom I was mostly sleeping. Food was not my favorite subject during those days, which made me feel pretty weak. On December, 28 we finally continued. We had a slightly bigger climb ahead of us but it wasn´t as bad as some other cyclists had told us. The border crossing Pang Hoc to Laos is located at about 1200m of elevation in the middle of the mountains. Hamish had read online about the crossing and knew that additionally to the visa fees, several other fees would be required but none of them were legal. So when we got to the border we pretended to only have the money for our visa and some leftover from Vietnam. They wanted to charge a total of 7 US $ more per person, 3 $ just to get the final stamp in your passport. Although we had to wait forever, because everyone insisted on getting the money, the wait paid off. We saved US $ 14 in total, had lunch while we were waiting and still arrived in the next town just before dark. Welcome to Laos, my 15th country on this trip.

The north of Laos is very mountainous just like the north of Vietnam. At first glance, it seemed like a quite boring country. The landscape wasn´t very spectacular for the first two days cycling. It seemed even more difficult to find food along the way in northern Laos than in Vietnam. After a few days in the country, however, we figured out what kind of food we could buy and mix together and we started to plan differently. As soon as we saw something delicious, which was sometimes also packaged, we bought a lot of it, so we could have it later. There is not much traffic on the roads in Laos compared to some in Vietnam. You often felt like you’re on a very wide bike path, where only a few motorbike or a car comes by every now and then. I appreciated this a lot. The small villages we cycled through were interesting. Just like in Vietnam, the way of life is very simple and an incredible amount of natural materials are used. You see children collecting and carrying wood or ferns along the road back to the house. Women are cooking or washing clothes with running water on the roadside and the man is building things or chopping wood. There is so much to see and everything shows you how easy you have it back home and how luxurious our lifes are. I think many of us are not really aware of that.

Laos is probably the poorest country I cycled through in Asia. Despite the mentioned initial doubts, it turned out to be a perfect country for cycling cause of the very quiet roads and in the end I enjoyed it. Although some mountains were very exhausting with a loaded bicycle like mine. The people are friendly and happy when you greet them in their native language while riding past. It´s funny that you pay more for most of the things here than we were used to, for example, in Vietnam. But whatever…another country, other prices and you feel way better paying a higher price when you know that it is the normal price here in the country. However, we still convert and compare everything with Vietnam quite often.

Since the day we crossed the border, we meet a lot of other touring cyclists. It could be due to the fact that there are not many roads in Laos so every cyclist is using pretty much the same roads. As well I think at the moment it´s still Christmas / winter holiday season. Most of the cyclists we met are on the road for 2-5 weeks. Only a few are on such a long journey as I am. Most of the time you stop for a small talk, you might meet again on the road if you´re going the same direction or you have dinner and some beer together. It is always good to talk to other cyclist and exchange experiences.

On January, 05 we arrived in Vang Vieng. It´s not even three weeks until I need to fly home. In my head there is a huge chaos of emotions and thoughts. The last two years have been the best in my life and it will be incredibly hard for me to go home. Just thinking about the upcoming everyday life makes me worried and sad!

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Every uphill has a downhill- Northern Vietnam

Das Wetter war endlich wieder auf unserer Seite. Sonnenschein, angenehme Temperaturen zum Radeln und strahlend blauer Himmel standen auf dem Programm, yeai:) Am 15.12.2017 sind wir von Hanoi aus aufgebrochen. Es tat gut wieder auf dem beladenen Fahrrad zu sitzen. Ich habe mich gefreut in die Berge zu kommen und war gespannt, wie der Norden Vietnams wohl sein wird.

Am ersten Abend wurden wir von einem Jungen auf ein Tee zu sich nach Hause eingeladen. Er ist zuvor einige Zeit auf seinem Moped neben Hamish her gefahren und hat sich mit ihm unterhalten. Wir hatten Tee und Dinner mit der Familie, die sehr glücklich zu sein schien uns als Gäste empfangen zu können.

Am Tag darauf sind wir dann in die Berge gefahren. Nach der flachen Gegend um Hanoi war es mal wieder eine willkommene Abwechslung und es gab die ersten Reisfeldterrassen und riesige Mandarinen-/ Orangen- und Teeplantagen zu bestaunen. Der Straßenverlauf, die Landschaft und das Reisetempo ändern sich in den Bergen durchgehend, wodurch das Reisen dort manchmal etwas interessanter zu sein scheint, als auf flachen Ebenen. Wie das Wort Berge schon sagt, war das Radeln dort natürlich auch mit einigen Anstiegen verbunden. Wir haben innerhalb von wenigen Tagen etliche Höhenmeter zurückgelegt. Selten gab es Tage an denen der Gesamtanstieg unter 1100m lag. Aber wie schon so oft auf meinem Blog erwähnt: Jedes bergauf hat auch ein bergab. Manche bergauf-Strecken hätten meiner Meinung nach nicht ganz so steil sein müssen. Aber letztendlich war es jede Anstrengung und jeden Schweißtropfen Wert, diese atemberaubenden Aussichten in verschiedene Täler, über Bergketten hinweg oder entlang eines Kammes genießen und bestaunen zu dürfen. Gerade in den steileren Abschnitten hatte ich einige Probleme mit meinem, nun gefühlt völlig überladenen, Fahrrad den Berg hoch zu kommen. Dennoch liebe ich es Berge und Pässe zu bezwingen. Es ist ein unglaublich gutes Gefühl, wenn man zurück blickt, den Straßenverlauf sieht und realisiert, wie viele Höhenmeter man gerade mit dem Fahrrad zurückgelegt hat. Zudem weiß man die Aussichten und die bergab Strecken immer mehr zu schätzen.

Wir sind in der letzten Woche wohl durch ein paar der schönsten Landschaften während unserer Zeit in Vietnam gefahren, Reisfeldterrassen, Staudämme, Seen umringt von hohen Bergketten, abwechslungsreiche Täler und vorbei an kleinen Bergdörfern. Es war interessant ein paar verschiedene Bergstämme im Norden zu sehen. Momentan gibt es insgesamt 54 verschiedene ethnische Gruppen in Vietnam. Im Norden Vietnams zeichnen sie sich insbesondere durch leichte Unterschiede in der Sprache und durch die für den Stamm traditionelle Kleidung aus. Einige Menschen leben in Häusern auf Stelzen gebaut, um vor Überflutungen, Schlangen oder anderen ungebetenen Gästen geschützt zu sein. Der gewonnene Platz unter dem Haus wird oft als Parkplatz fürs Moped, zum Wäsche trocknen, kochen oder als Stall für Kühe oder Schweine genutzt. Die Bauweise der Häuser außerhalb der etwas größeren Dörfer scheint sehr simpel und praktisch zu sein, wobei viel Holz verwendet wird.

Ich glaube, die Vietnamesen sind uns insbesondere was Kräuterkunde, Verwendung von Naturmaterialien und etlichen Handwerken angeht bei Weitem voraus. Was in Deutschland oft fertig im Baumarkt oder andern Läden gekauft wird, wird hier per Hand und unter harter Arbeit hergestellt. Manch einer zuhause wüsste nicht einmal, wie man Feuer macht, näht oder aus einfachsten Materialien Zäune, eine Leiter oder Rucksäcke baut/ herstellt. Hier wachsen die Kinder damit auf. Für sie ist es der Alltag in der Familie, insbesondere bei der Arbeit außerhalb und im Haus zu helfen. Viele Handwerke sind für die Menschen existentiell.

Je weiter wir Richtung Norden gefahren sind, desto schwieriger wurde es gutes oder überhaupt Essen zu finden. Wir haben morgens oft etwas mehr eingekauft, sei es Baguettes oder gefüllte Bananenblätter, um Essen fürs Mittag dabei zu haben. Die winzigen Orte, durch die wir gefahren sind, hatten oft kein einziges kleines Restaurant, wie wir es gewohnt waren und auch abends hatten wir manchmal Probleme Mahlzeiten zu finden. Auch wenn die Landschaft atemberaubend war, haben wir uns manchmal das Essen, insbesondere die Vielseitigkeit aus dem Süden Vietnams zurückgewünscht.

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The weather was finally back on our side. We had sunshine, pleasant temperatures for cycling and bright blue sky, yay :) On December, 15 we left Hanoi. It was good to be back on the loaded bike again. I was happy to head into to the mountains and was curious to see what the north of Vietnam would be like.

The first night we were invited by a boy for a tea to his home. He drove along on his moped next to Hamish for a while and talked to him. We had tea and dinner with the family who seemed very happy to welcome us as guests.

The next day we went into the mountains. After the flat plains around Hanoi it was a welcome change again and we could find the first rice field terraces and giant mandarin / orange and tea plantations. The course of the road, the landscape and the pace of travel are constantly changing in the mountains, which makes traveling sometimes a little more interesting than in the plains. As the word mountains implies, cycling there was of course also associated with some climbs. Within a few days, we covered several meters in altitude. There was almost no day where we didn´t do less than a total of 1100m of elevation. But as mentioned so often on my blog: Every uphill has a downhill as well. In my opinion some of the uphill stretches didn´t need to be that steep. But in the end, all the effort and every drop of sweat was worth it to be able to enjoy and admire these breathtaking views into various valleys, across mountain ranges or along ridges. Especially in the steeper sections, I had some trouble to get up the mountain with my now overloaded bicycle. Nevertheless, I love to conquer mountains and passes. It’s an incredibly good feeling when you look back, see the road and realise how many vertical meters you’ve just covered by bike. Additionally, you can appreciate the views and downhills more.

During the last week we cycled through some of the most beautiful landscapes during our time in Vietnam. We saw rice field terraces, dams, lakes surrounded by high mountain ranges, varied valleys and small mountain villages. It was interesting to see a few different hill tribes in the North. There are currently 54 different ethnic groups in Vietnam. In northern Vietnam, they are characterised by slight differences in language and unique traditional dresses. Some people live in houses built on stilts to protect themselves from flooding, snakes or other uninvited guests. The space underneath the house is often used as a parking space for the motorcycle, to dry washing, cook or it is used as a stable for cows or pigs. The construction of the houses outside the slightly larger villages seems to be very simple and practical, with much wood being used.

I think the Vietnamese are far ahead of us in terms of foraging, the use of natural materials and crafts. What people in Germany (or other countries) would often just buy at the hardware store or other stores is here made by hand. Some people back home would not even know how to make a fire, how to sew stuff or build fences, ladders or bags using the simplest materials. Here the children grow up with it. For them it is everyday life to help the family by working outside and in the house. Having those skills is existential for the people.

The further north we cycled, the harder it was to find good food or even food at all. In the morning we often bought a little bit more, for example baguettes or filled banana leaves to make sure we have something for lunch. Often the tiny villages we cycled through didn´t have a single small restaurant as we were used to. In the evenings we sometimes had trouble finding dinner. Even though the scenery was breathtaking, sometimes we wished we would still have the good food, especially the diversity from the south of Vietnam.

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Reaching the capital of Vietnam

Vom HCM Highway haben wir einen Abstecher nach Vinh gemacht. Hamishs Bruder ist mit einer Vietnamesin verheiratet, deren Eltern in Vinh wohnen und wir besuchen wollten. Wir wurden sehr lieb von ihnen empfangen, hatten jedoch einige Schwierigkeiten zu kommunizieren, da die beiden so gut wie kein Englisch sprechen. Mit Hilfe einer Übersetzungs-App haben wir uns wenigstens ein bisschen unterhalten können. Wir wurden mit gutem hausgemachten vietnamesischen Essen versorgt und hatten einen entspannten Pausentag. Ich bin an unserem freien Tag zu einem Fahrradladen gefahren, um meine Schaltung einstellen und checken zu lassen. Der Besitzer war begeistert von dem, was ich mache. Am Ende hat er für den Service kein Geld annehmen wollen und ich bekam dazu noch ein komplett neues Outfit von der Frau geschenkt. Sie hatte gesehen, dass meine Fahrradhose mehrere Flicken am Hintern hat und wollte mir gerne eine neue und insbesondere lange Hose geben, da es im Norden kalt werden würde. Zusätzlich hat sie mir ein dazu passendes Langarmshirt rausgesucht. Ich habe das Geschenk dankend und überwältigt angenommen. Das hatte ich nicht erwartet, als ich in den Laden gekommen war.

An dem Tag, an dem wir aus Vinh aufgebrochen sind, meinte es das Wetter gut mit uns. Es hat sich traumhaft angefühlt nach so langer Zeit die Sonne wieder zu sehen. Durch die zwei Wochen Regen und der Tatsache weiter nördlich zu sein hatte es sich jedoch auch merklich abgekühlt. Fürs Campen war das Wetter jedoch perfekt und so beschlossen wir die darauf folgenden zwei Nächte am Strand zu zelten. Von Vinh sind wir zwei Tage an der Küste entlang gefahren, bevor wir ein wenig Inlands an Ninh Binh vorbei uns auf ruhigen Straßen unseren Weg nach Hanoi gesucht haben.

Als wir am 10.12.2017 in Hanoi angekommen waren, hatte es sich gefühlt noch weiter abgekühlt. Man musste plötzlich wieder die lange Hose und die Fleece Jacke rauskramen, die man doch so lange nicht gebraucht hatte. In Hanoi haben wir spontan insgesamt fünf Nächte verbracht. Unser erster Warmshower host, Quynh, konnte uns sehr viel über Vietnam erzählen, da er hier schon lange lebt. Es war super interessant ihm zuzuhören und zu erfahren, was sich über die Jahr verändert hatte und wie Hanoi zum Beispiel vor noch 30 Jahren aussah. Zu der Zeit sei Hanoi unter anderem voll mit Fahrrädern gewesen. Autos gab es nur sehr wenige, genauso wie Motorräder. Das Fahrrad war das Hauptverkehrsmittel für die Einheimischen, wodurch es auf den Straßen sehr viel ruhiger und gelassener zugegangen sei. Es hat Spaß gemacht sich diese Zeit vorzustellen. Zudem konnten wir etwas mehr über die vietnamesische Kultur, die Bräuche und die Gewohnheiten lernen.

Hanoi selbst ist eine schöne Stadt mit einer sehr angenehmen Atmosphäre. Obwohl es die Hauptstadt Vietnams ist, wirkt sie gar nicht so riesig wie sie wirklich ist. Die kleinen Gassen, die man in den verschiedenen Teilen der Stadt findet und die man erkunden kann und die vielen interessanten Läden in der Altstadt lassen es nicht langweilig werden. Wir sind ein bisschen bummeln gewesen, haben ein paar Sachen eingekauft und jeden Tag aufs neue Bún chả zum Lunch genossen. Am zweiten Tag haben wir Patrick und Steffe mit ihren beladenen Rädern in der Stadt getroffen. Sie touren ebenfalls und sind sozusagen nach uns bei unserem ersten Warmshower host eingezogen. Wir sind noch für zwei Nächten ins Hotel gegangen und waren eine Nacht bei einem anderen Warmshower host. Wir haben uns dennoch die Tage darauf ein paar Mal mit Patrick und Steffe verabredet, leckeres vietnamesisches Essen genossen und uns bei einem Bier abends über unsere Tour aber auch über alles andere unterhalten. Es waren ein paar sehr entspannte und lustige Tage. Am 15.12.2017 ging es dann wieder aufs geliebte Rad. Auf in den Norden Vietnams!

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From the HCM Highway we made a detour to Vinh. Hamish’s brother is married to a Vietnamese whose parents live in Vinh and we wanted to visit. We were warmly welcomed by them, but had some difficulties communicating, as both of them speak very little English. With the help of a translation app we could at least have small chats. We got fed with good home made Vietnamese food and had a relaxing day off. I also went to a bike shop to get my gears adjusted and checked. The owner was excited about what I´m doing. In the end, he didn´t accept any money for the service, and I was given a completely new outfit by his wife. She had seen that my cycling shorts have several patches on the back. Therefore she wanted to give me new ones and especially long pants, as it would be cold up north. In addition, she gave me a matching long sleeve shirt. I accepted the gift very thankfully and overwhelmed. I didn´t expect that when I came into the store.

On the day we left Vinh, we had exceptionally good weather. It felt fantastic to see the sun after such a long time. Due to the two weeks of rain and the fact that we were further north, however, it had cooled down noticeably. The weather was perfect for camping and so we decided to spend the next two nights camping on the beach. From Vinh we cycled along the coast for two days, before heading inland past Ninh Binh and on quiet roads up to Hanoi.

When we arrived in Hanoi on December, 10. it felt even cooled outside. You suddenly had to get out  your long pants and your fleece jacket again, which you hadn´t needed for so long. In Hanoi we spontaneously spent a total of five nights. Our first Warmshower host, Quynh, was able to tell us a lot about Vietnam since he has been living here for a long time. It was very interesting to listen and to hear what had changed over the years and how Hanoi looked like 30 years ago, for example. At the time, Hanoi had been full of bicycles. There were very few cars, as well as motorcycles. The bicycle was the main way of transportion for the locals, which made roads much quieter and slowed down the speed of traveling. It was fun to imagine this time. We also learned a bit more about Vietnamese culture and habits.

Hanoi itself is a beautiful city with a very pleasant atmosphere. Although it is the capital of Vietnam, it doesn´t seem as huge as it really is. The small alleys, which can be found in different parts of the city and which you can explore as well as the many interesting shops in the old town keep you busy. We went for a walk, bought some stuff and enjoyed a bún chả for lunch every day. On the second day we met Patrick and Steffe with their loaded bikes in the city. They were going to stay with our warmshower host after we had left. We stayed at the hotel for two more nights and spent one night at another warmshower host. Nevertheless, we met up with Patrick and Steffe a few times within the next days. We enjoyed delicious Vietnamese food together and talked about our tour and everything else while having a beer in the evening. It was a very relaxing and fun time in Hanoi. On December, 15. we got back on our beloved bicycles. Northern Vietnam- here we come!

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Deadline is set- 21.1.2018- time to fly home:(

Ich habe vor etwa zwei Wochen meinen Rückflug nach Deutschland gebucht. Obwohl es noch etwas mehr als einen Monat ist, bin ich seit ich gebucht habe super traurig, dass es nun entgültig ist und ich bald zurück muss!

Der Plan für die Zeit bis zum Abflug ist, einen Loop in Nordvietnam zu machen und dann über die Grenze nach Laos zu fahren, wo wir versuchen bis nach Vientiane zu kommen. Von dort aus nehmen wir wahrscheinlich einen Zug nach Bangkok und dann gehts für mich mit dem Flieger nach Frankfurt.

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About two weeks ago I booked my flight back home. I´m sad to go back and to stop travelling. Even though I still have a little bit more than a month to go and I knew I would need to go home at one point, it now is final.

The plan until then is to do a loop in Northern Vietnam before crossing into Loas. We will try to cycle down to Vientiane and then probably take a train to Bangkok. Thats where my flight to Frankfurt will depart.

Rain, rain, rain!!!

An dem Tag, an dem wir aus Kontum losgefahren waren, wurden wir am späten Nachmittag, als wir gerade auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit waren, von einem Einheimischen auf sehr gutem Englisch angesprochen. Er bot uns an, dass wir bei ihm im Haus übernachten könnten, was wir dankend angenommen haben. Es stellte sich heraus, dass Quan ein Englischlehrer ist und an dem besagtem Tag der sogenannte „teachers day“ war. Er lud uns daher ein, mit ihm abends zur Schule zu kommen, wo eine kleine Feier stattfinden würde. Jedes Jahr am 20. November sei „Teachers day“. An diesem Tag bedanken sich die Schüler bei den Lehrern und geben ihnen Blumen oder kleine Geschenke. In seiner Schule trafen sich die Lehrer am späten Nachmittag zum Volleyballspielen und aßen danach gemeinsam zu Abend. Es war interessant, die vietnamesische Trink- und Esskultur bei einem solchen Anlass kennen zu lernen. Nach einigen Bieren und mit vollem Magen ging es zum Karaokesingen, was ebenfalls eine interessante Erfahrung war. In Vietnam ist Karaoke eine große Sache. Oft hören wir von irgendwoher unglaublich laute Musik mit oft nicht sehr gutem Gesang. Wenn wir dann an dem Haus, aus dem die Musik kommt, vorbeifahren, kann man durch das offene Tor oft eine einzelne Person mit Mikrofon in der Hand vor dem Fernseher stehen sehen. Eine Freizeitbeschäftigung mal anders und die Nachbarn haben auch gleich etwas davon.

Am 21.11. war es dann leider vorbei mit Sonnenschein. Wir sind einen etwas längeren Anstieg hoch geradelt und auf der anderen Seite hat es auf einmal geregnet. Regen, der uns ziemlich penetrant für zwei Wochen verfolgt hat. Wir hatte nur einen einzigen Tag, an dem wir trocken geblieben sind. Ich kann euch sagen, es hat absolut keinen Spaß mehr gemacht und ich war super unmotiviert. Morgens hat man einfach wieder seine nassen Klamotten angezogen, weil sie über Nacht sowieso nicht getrocknet sind und sobald man wieder draußen im Regen war, hat man sich schon wieder auf eine heiße Dusche und das trockene Bett am Abend gefreut.

Zurück an der Küste haben wir in Hoi An einen Tag Pause gemacht. Hoi An ist eine super hübsche Stadt, in der es Einiges zu sehen gibt und in der man angenehm in der „Fußgängerzone“ spazieren gehen kann. Leider ist es jedoch auch eine Stadt, die viel zu gut an Touristen vermarktet wird. Wir, die nun schon eine Weile in Vietnam unterwegs sind, haben zwar die Stadt an sich mit den schmalen Gassen, kleinen Shops und hübschen Häusern genossen, aber das „Food paradise“ verwandelte sich plötzlich in eine Touristenabzocke. Egal wo in der Stadt und wie weit weg wir vom Zentrum entfernt waren, bekamen wir keine normalen Preise genannt. Sobald man nicht wie ein Einheimischer aussieht, wird das doppelte oder dreifache des Preises verlangt. Wenn man grinst und sagt, dass man den normalen Preis wissen würde und dass wir den gerne zahlen würden, blieben alle Standbesitzer stur. Sogar, als man auf Einheimische verwies, die vor uns gerade für das selbe Gericht ein wesentlich geringeren Betrag gezahlt hatten, blieb es für uns der Touristenpreis. Es ist wahrscheinlich nicht ganz fair es zu vergleichen, aber die Art wie man als Nicht-Vietnamese hinsichtlich der Essens-/ Obst-/ Gemüse-Preisen behandelt wurde, hat einen ein wenig traurig, frustriert und nachdenklich gestimmt. Wie mögen sich andere Minderheiten in der Welt wohl fühlen, die noch viel mehr und in anderer Art und Weise benachteiligt werden?
Natürlich ist es unter wiederum anderen Gesichtspunkten auch zu verstehen, dass die Standbesitzer versuchen, den besten Profit zu machen. Schließlich wissen die meisten Touristen nicht den normalen Preis und sie zahlen, denn für sie ist es immer noch super preiswert. Wir dagegen waren froh, als wir am 25.11. die kurze Etappe nach Da Nang hinter uns gelassen hatten und wieder unglaublich gutes Essen für den normalen Preis von ehrlichen Leuten genießen konnten.

Obwohl uns der Regen immer noch begleitete, hatten wir uns entschieden auf dem Hai Van Pass zu zelten. Seitdem es durchgehen regnete, hatte es sich auch hinsichtlich der Temperaturen deutlich abgekühlt. Es war nicht zu heiß im Zelt und ich habe mal wieder gemerkt, wie sehr ich diese Art von spontanem und unabhängigem Übernachten irgendwo in der Natur vermisse.

An der Küste sind wir weiter im Regen an etlichen Reisfeldern vorbei gefahren. Große Gebiete waren durch den andauernden Regen überflutet und kleine Seitenwege endeten schlichtweg im Wasser.

Große Freude kam auf, als wir nach gefühlt so langer Zeit am 30.11. endlich mal wieder kurz die Sonne gesehen haben und wir den Tag darauf zurück auf dem HCM Highway sogar den ganzen Tag trocken geblieben sind. Leider folgten daraufhin gleich wieder zwei Tage Regen.

Auf unserem Weg nach Vinh sind wir Daniel über den weg gelaufen/ geradelt. Ich hatte ihn bei meinem zweiten Warmshower Host in Bangkok kennen gelernt. Es war witzig, sich durch Zufall in einem so winzigen Dorf im Nirgendwo zu treffen. Bei einem Kaffee und spätem Frühstück haben wir unsere Erfahrungen der letzten Wochen ausgetauscht und uns gegenseitig ein paar Tipps gegeben, da wir etwa entgegengesetzte Routen fahren.

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The day we left Kontum, we were approached by a local in very good English in the late afternoon, while we were looking for a place to stay. He offered us to stay at his house, which we gratefully accepted. It turned out that Quan is an English teacher and the day we met him was the so-called “teachers day”. He therefore invited us to come to his school with him in the evening, where they had a small celebration. Every year on the 20th of November is “Teachers day”. On this day, the students thank the teachers and give them flowers or small gifts. In his school, the teachers met in the late afternoon for volleyball and then had dinner together. It was interesting to get to know the Vietnamese drinking and eating culture on such an occasion. After some beers and a full stomach, we went to a karaoke bar, which was also an interesting experience. Karaoke is a big thing in Vietnam. When we are cycling we often hear incredibly loud music from somewhere and quite often the singing is not very good. While cycling past the house where the music comes from, you can often see a single person through the open doors, standing in front of the TV with a microphone in his hand. It´s definitely a differnt pastime than back home and the neighbors can enjoy it as well.;)

On November, 21 it was unfortunately the last time we were going to see the sun for a while. We cycled up a slightly longer climb and on the other side of the hill the weather suddenly had changed and it rained. Rain, which followed us for two weeks. We only had one day where we stayed dry. I can tell you, it was absolutely no fun and I was super unmotivated. In the morning you just put on your wet clothes again because they didn´t dry overnight anyway and once you were out in the rain again, you were looking forward to a hot shower and dry bed in the evening.

Back on the coast we had a day off in Hoi An. Hoi An is a really nice city with a lot to see and where you can go for a walk in the “pedestrian zone” in the old town. Unfortunately, it is also a city which is marketed too well to tourists. We, who have been in Vietnam for a while now, have enjoyed the city itself with its narrow streets, small shops and pretty houses, but the “food paradise” suddenly turned into a tourist rip-off. No matter where in the city and how far away from the center we were, we were not given normal prices. Once you don´t look like a local, you will be charged double or triple the price. If you smile and say that you would know the normal price and that we would like to pay that one, everyone stayed firm. Even when referring to locals who had just paid a much lower amount for the same dish, they still wanted to charge us the tourist price. It’s probably not fair to compare, but the way you were treated as non-Vietnamese in terms of food / fruit / vegetable prices made you a little sad, frustrated and thoughtful. How may other minorities in the world feel being disadvantaged much more and in different ways than us?
Of course, from another point of view it is also understandable that the stall owners are trying to make the best profit. After all, most tourists don´t know the real price and they pay the higher price since for them it is still super cheap. We, however, were happy when we left Hoi An on November, 25. We cycled the short stretch to Da Nang and finally enjoyed unbelievably good food for the normal price again.

Although the rain still accompanied us, we had decided to camp on the Hai Van Pass. Since it had rained for so many days, it had also cooled down significantly in terms of temperatures. It wasn´t too hot anymore to sleep in the tent. Once again I realized how much I miss this kind of spontaneous and independent camping out somewhere in nature as I used to do in most of the countries.

On the coast we continued cycling in the rain, past several rice fields. Large areas were flooded by the ongoing rain and small side roads simply ended in the water.
On November, 30 we were super happy when after such a long time we finally saw the sun again for a little bit. The next day back on the HCM Highway we even stayed dry all day long. Unfortunately, that day was followed by two days of rain.

On our way to Vinh we ran into Daniel. I met him at my second Warmshower host in Bangkok. It was funny to meet him by chance in such a tiny village in the middle of nowhere. During a coffee and late breakfast we exchanged our experiences of the last few weeks and gave each other some tips, since we are kind of cycling opposite routes.

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I did it! 25.000km!!!- only two months left:(

Am 20.11.2017 habe ich die 25.000km geknackt! Gemischte Gefühle- nur noch zwei Monate :(
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On November 20th, 2017 I reached 25.000km! Mixed feelings- only two months left :(

An ocean breeze before cycling into the mountains

Während unserer zwei Tage in Ho Chi Minh City (HCMC) haben wir einen Tag die Stadt erkundet und den nächsten Tag einfach nur relaxt und ein bisschen für unsere weitere Route geplant. Wir wollten von HCMC aus auf dem HCM- Highway, der etwas weiter im Inneren des Landes liegt Richtung Norden fahren. Die Küstenstraße sei relativ viel befahren und so dachten wir, dass die Innland-Option eine gute und interessante Alternative sei. Bei weiterer Recherche kurz bevor wir los wollten, hat Hamish einen Blogeintrag gefunden, der eine interessante Route beschrieb. Wir haben uns also super spontan um entschieden und haben am 5.11. eine Fähre von HCMC nach Vung Tau an der Küste genommen. Wir konnten somit vermeiden aus der verkehrsreichen Stadt rausradeln zu müssen und waren innerhalb von nicht mal zwei Stunden auf entspannter Weise an der Küste. Wie schön es doch ist, das Meer wieder zu sehen. Verglichen mit HCMC wirkte die Gegend sehr entspannt und gleich wie ein ganz anderes Vietnam.

In den vier Tagen entlang der Küste sind wir durch eine sehr abwechslungsreise Landschaft gefahren. Es gab riesige Sanddünen, Drachenfrucht Plantagen, weites Farmland und runde Fischerboote zu bestaunen. Einige der Strände, an denen wir vorbeigefahren sind waren trauriger Weise übersäht mit Müll, größtenteils Plastikabfällen. Weiße „Bildbuchstrände“ fand man oft nur vor teuren Resorts oder Hotels, wo jeden Tag jemand den angeschwemmten Müll aufsammelt. Ich glaube es war das erste Mal, dass ich so große Mengen an Müll am Strand gesehen habe. Es hat mich traurig und auch nachdenklich gemacht. Der Umgang mit Müll wird hier sehr anders gehandhabt. Die Leute in Vietnam scheinen sich nicht bewusst zu sein, wie schlecht jeglicher Müll, insbesondere Plastik in der Natur ist und was für ein geringer Aufwand es nur wäre dem vorzubeugen. Man sieht oft Leute, die ihren Plastikbecher, die Bierbüchse oder einen Styroporbehälter in den Fluss oder an den Straßenrand werfen. Ich kann es einfach überhaupt nicht mit mir vereinbaren meinen Müll irgendwo hin zu schmeißen. Dennoch kommt man sich komischerweise ein bisschen dumm vor, wenn man manchmal an den Müllbergen am Straßenrand vorbei fährt und sein kleines Tütchen mit ein bisschen Papier- und Plastikabfall mit sich herumfährt, bis mal einen Mülleiner findet.

Am 9.11.2017 sind wir nördlich von Mui Ne an der Küste Richtung Dalat gefahren- auf in die Berge! Schon am Tag darauf mussten wir einen Gesamtanstieg von etwa 1300m bewältigen. Es ist schon verrückt, dass man jeden Tag auf seinem beladenen Fahrrad radelt, aber dann nach so viel flacher Strecke entlang des Mekong Deltas und der Küste arge Probleme mit Anstiegen hat. Oder ich sollte vielmehr sagen DEM Anstieg. Es hat eine Weile gedauert bis ich den bewältigt hatte. Belohnt wurden wir wieder mit atemberaubenden Aussichten. Es ist immer ein tolles Gefühl, wenn man sieht, was für eine Strecke und Höhe man gerade zurückgelegt hat und wie schon so oft gesagt: jedes Bergauf hat ein Bergab.

Auf dem Weg nach Dalat sind wir durch etliche Kaffeeplantagen gefahren. Es ist eine der Hauptregionen in Vietnam für den Kaffeeanbau. Die Täler sind ebenfalls geprägt durch Gewächshäuser in denen unterschiedliches Gemüse angebaut wird, Pfefferplantagen und ich habe das erste Mal gesehen, wie Kaki Früchte wachsen.

In Dalat haben wir einen Pausentag eingelegt. Am Samstag Abend verwandelte sich ein großer Teil der Stadt in einen riesigen Nacht Markt mit unzähligen eher lokalen Touristen. An unserem freien, sehr faulen und entspannten Tag sind wir abends zu einem Dessertbuffet gegangen. Für 59.000VND, was umgerechnet 2,20€ sind, konnte man so viel essen und trinken, wie man wollte. Zur Auswahl standen Eis, Tee, Kaffee, Saft, Trockenfrüchte aus der Region, süße Steambuns, Maiskolben und vietnamesische Pizza. Nachdem Hamish und ich zusammen 22 Kugeln Eis probiert hatten und alles andere was es zur Auswahl gab, sind wir mit einem Zuckerschock zurück zum Hotel getorkelt. Die Folge von unserem kleinen Ausraster im Dessertparadies war, dass ich die Nacht kaum schlafen konnte und es mir noch am nächsten Tag bis mittags ziemlich dreckig ging. Das war eine Lektion;) Die nächsten Tage wollte ich erstmal keinen Zucker mehr sehen.

Von Dalat aus ging es weiterhin in bergigem Terrain an etlichen Kaffeeplantagen vorbei weiter Richtung Nord Westen zum HCM Highway. Der Highway war leider zwischen Tx. Buôn Ho und Kon Tum etwas mehr befahren als gedacht und so waren einige Teil nicht sehr angenehm zum radeln. Wir sind jedoch durch viele kleine Orte gefahren, die Leute haben freundlich gegrüßt, Schulkinder haben uns zugewunken und wir hatten sehr gutes Essen. Am Samstag sind wir in Kon Tum angekommen. Nach den vielen Bergen, die wir hoch und runter gefahren sind, hatten wir uns wieder einen relaxten Pausentag verdient.

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During our two days in Ho Chi Minh City (HCMC), we spent one day exploring the city and the other day we  just relaxed and did some planning for the next few days. We wanted to head north from HCMC on the HCM Highway, which is a bit further inland. The coastal road is supposed to be relatively busy so we thought that the option to go inland would be a good and interesting alternative. Upon further research just before we wanted to leave, Hamish had found a blog entry that was talking about an other interesting route. Therefore on November 5th we decided super last minute to take a ferry from HCMC to Vung Tau which is located on the coast. This way we were able to avoid cycling out of the busy city and made it to the coast in less than two hours. It was nice to see the ocean again. Compared to HCMC, the area around Vung Tau seemed very relaxed and like a completely different Vietnam.

In four days we cycled through very varied landscape along the coast. You could find huge sand dunes, dragon fruit plantations, farmland and round fishing boats on the beach. Some of the beaches we passed were littered with garbage, mostly plastic waste. White beaches which you might have seen in some travel brochures you could only find infront of expensive resorts or hotels where someone picks up all the rubbish along this stretch of the beach every day. I think it was the first time for me to see such an amount of rubbish on the beach. It made me sad and thoughtful. Dealing with waste is handled very differently here. People in Vietnam don´t seem to realize how bad any rubbish, especially plastic, is in nature and what little effort it would take to prevent it. You often see people throwing their plastic cups, beer cans, or styrofoam containers into the river or on the roadside. I would feel bad if I would just throw my rubbish somewhere into the nature. At the same time you are feeling a little bit stupid when you are cycling past all the rubbish on the road side with a little rubbish bag tied to your bike which you want to get rid of as soon you find a rubbish bin.

On November 9th  we cycled north of Mui Ne along the coast towards Dalat – up into the mountains! The next day we already needed to climb up a total elevation of 1300m. It’s crazy that you´re cycling on your loaded bike every day, but then, after such a long time on a flat road along the Mekong Delta and the coast, you have trouble to get up mountains. Or I should rather say THIS mountain. It took me a while until I got to the summit of this pass. But as usual you were rewarded with breathtaking views. It is always a great feeling when you see what distance and altitude you’ve just covered, and as I’ve said many times before: every uphill has a downhill:)

On the way to Dalat we cycled through several coffee plantations. It is one of the main regions in Vietnam for coffee growing. The valleys are also characterised by greenhouses where they grow different vegetables, pepper plantations and I have seen for the first time how Persimmon fruit grows. In Dalat we had a day off. On Saturday night, most of the city turned into a huge night market with a lot of people including quite a few local tourists. On our day off, we relaxed most of the day and  went to a dessert buffet in the evening. 59.000VND, which is the equivalent of 2.20 € and you could eat and drink as much as you wanted. You could choose from ice cream, tea, coffee, juice, local dried fruit, sweet steambuns, corn on the cob and Vietnamese pizza. After Hamish and I had tried 22 scoops of ice cream together and everything else that was available, we tottered back to the hotel with a sugar overdose. The result of our little sugar party in the dessert paradise was that I could hardly sleep that night and I felt pretty sick the next day until noon. That was a lesson;) The next few days I didn´t want to see any sugar.

From Dalat we continued in hilly terrain past several coffee plantations further north to the HCM Highway. The highway between Tx. Buôn Ho and Kon Tum was unfortunately busier than we had expected it to be and cycling was not very pleasant. However, we cycled through many small villages, the people were greeting, schoolchildren waved to us and we had very good food. On Saturday (November 18th) we arrived in Kon Tum. After climbing up quite a few mountains we were looking forward to a day off on Sunday.

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Vietnam- back in a food paradise again

Nachdem ich am 24.10.2017 wieder aus dem Krankenhaus entlassen wurde, sind wir noch drei Nächte in Phnom Penh geblieben, da ich noch ziemlich schlapp auf den Beinen war. Phnom Penh war mir jedoch ein bisschen zu stressig, was daran liegen könnte, dass ich noch nicht wieder ganz 100% war. Es war viel zu viel Verkehr unterwegs, es gab etliche Baustellen, viel Staub, Dreck und es schien überall ein sehr hoher Lautstärkepegel zu herrschen. Wenn du zu Fuß auf Erkundungstour gegangen bist, wurde dir alle 2 Minuten mit den Worten „Tuk Tuk?!“ ein Motorradtaxi angeboten, was du dankend ablehnen musstest, da sie sonst noch 5 mal nachgefragt hätten. Ich wollte mir ein Spaß daraus machen und immer versuchen, bevor der jeweilige Fahrer es überhaupt sagen kann, Tuk Tuk zu sagen aber das wäre vielleicht doch ein bisschen unhöflich oder unfreundlich gewesen. Die Fahrer versuchen ja auch nur irgendwie einen kleinen Verdienst zu machen.

Freitagmorgen, als wir die Stadt verlassen wollten, sind wir extra früh losgefahren, um den verrückten „Berufsverkehr“ zu vermeiden. Als wir schon halb aus der Stadt waren, habe ich gemerkt, dass meine Schaltung total rumspinnt. Mir war es nicht möglich sie zu reparieren oder richtig einzustellen, sodass wir wohl oder übel wieder zurück in die Stadt fahren mussten. Scheinbar hatte die Schaltung bei dem Transport des Fahrrads auf dem Autodach ein bisschen was weg bekommen. Bei einem Fahrradladen wurde sie gereinigt und wieder richtig eingestellt und es ging endlich los. Raus aus der stressigen Stadt, auf nach Vietnam:)

Wir sind dem Mekong Fluss nach Vietnam gefolgt. Ohne, dass ich wirklich viel Zeit in Kambodscha verbracht habe, habe ich mich sehr auf Vietnam gefreut. Ein neues Land, neue Leute und hoffentlich wieder mehr tolles Essen. Am 28.10.2017 sind wir über die Grenze gefahren. Abends hatten wir uns in Tân Châu An Giang mit einem Warmshower host getroffen. Wir haben ein paar Klassen in der kleinen Englisch Schule besucht, in der er unterrichtet und haben dann noch zusammen Dinner gegessen.

Endlich bin ich wieder in einem Land mit gutem Essen. Die Auswahl in Kambodscha war doch relativ begrenzt. Seitdem wir in Vietnam sind, kommt man aus dem Essen kaum mehr raus. Es gibt so viele leckere Sachen, die gut aussehen und man probieren muss. Die meisten Gerichte werden mit frischen Kräutern und Salat serviert und es fühlt sich an wie ein Paradies;) Wieder einmal bin ich froh, dass ich Fahrrad fahre und einiges an Kalorien über den Tag verbrenne. Dennoch wünsche ich mir oft einen größeren Magen zu haben, um statt manchmal 5 Gerichte am Tag, 10 Gerichte essen zu können :D

Auch nachdem wir über die Grenze gefahren waren, sind wir weiterhin im Mekong Delta geblieben und Richtung Süd- Ost gefahren. Unser Plan war nach Ho Chi Minh City zu kommen, bevor wir uns auf den Weg Richtung Norden nach Hanoi machen. Im Mekong Delta haben wir viele kleine Fähren genommen, wobei wir versucht haben immer die am wenigsten befahrene Straße zu finden. Einige Abschnitte waren super ätzend. Die Straßenverhältnisse waren nicht besonders gut. Die Straßen waren zwar asphaltiert, jedoch waren sie super huckelig und die zahlreichen Busse und LKWs, die einen überholt haben, zeigten ähnlich Verhaltensweisen wie in Kambodscha. Ja nicht vom Gas gehen, hupen wie verrückt und ohne Rücksicht auf Verluste an einem vorbei brettern. Andere Abschnitte dagegen, wenn wir eine kleine Straße gefunden hatten, waren super schön und es war interessant zu sehen, wie die Leute in den kleinen Dörfern leben und was sie tagsüber so treiben.

Vietnam ist ein Land, in dem ziemlich viel Kaffee getrunken wird. Es gibt etliche kleine sehr einfache Cafés. Einige davon haben etwas komfortablere Stühle und Tische, einige haben nur kleine Plastikhocker und in nicht wenigen Cafés sind überdacht einige Hängematten aufgehängt. Der Ca Phe, was soviel wie Kaffee übersetzt heißt, hat hier einen sehr aromatischen Geschmack und ich würde ihn nicht wirklich mit dem Kaffee, den man in bspw. deutschen Cafés bekommt vergleichen. Da es hier sehr warm ist, trinkt man den Kaffee meistens mit Eis. Typisch ist es, dass er entweder mit Zucker oder süßer Kondensmilch serviert wird. Manchmal bekommt man ein Glas mit Eis und eine Tasse mit einem vietnamesischen Kaffeefilter aufgesetzt, durch den der Kaffee noch frisch in eine Tasse tropft. Man mischt dann alles selbst zusammen. In anderen Cafés wird einem der Kaffee schon in einem Glas mit Eis serviert. Wie auch fast in jedem kleinen Straßenstand Restaurant, bekommt man auch wenn man einen Kaffee bestellt Tee dazu.

Am 2.11.2017 sind wir in Ho Chi Minh City angekommen. Es war, wie ich zuvor angenommen hatte eine ziemliche Herausforderung in der Stadt Rad zu fahren. Der Verkehr wirkte besonders in den Kreiseln wie das reinste Chaos. Wichtig ist es in alle Richtungen zu gucken, mit allem zu rechnen und am besten nicht seine Richtung oder Geschwindigkeit abrupt zu ändern. Man muss berechenbar für andere Verkehrsteilnehmer bleiben. Nur so kann man Zusammenstöße vermeiden. Genau das Gleiche gilt für Fußgänger. In einem Reiseführer wurde geschrieben, dass das Überqueren einer Straße zu Fuß eine Form von Kunst ist. So könnte man es auch sagen;)

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After being discharged from the hospital on 24.10.2017, we stayed in Phnom Penh for another three nights, as I still felt pretty week. Phnom Penh was a bit too stressful for me though, which could have been because I wasn´t feeling quite 100% again yet. There was too much traffic on the roads, a lot of construction sites in the downtown area, a lot of dust and dirt and it seemed that everywhere you went a high sound level prevailed. If you went for a walk in the city you were offered a motorbike taxi with the words “Tuk Tuk ?!” about every two minutes. You had to decline with thanks, cause otherwise the driver would have asked five more times. I thought about making a joke and always try to say ´tuk tuk´ before the driver can even say it but I decided not to do it. It might have been a bit rude. The drivers are just trying to somehow make a small profit.

Friday morning, when we wanted to leave the city, we left early to avoid the crazy “rush hour” traffic. When we were half way out of town, I realized that my gearshifter on my bike was almost not working at all. I was unable to fix it or properly adjust the gears, so we headed back into town. It might have been that the transport of the bicycles on the car roof the other day did something to the gears/ to the gearshifter. At a bicycle shop back in town my gearshiter got cleaned and adjusted. Time to finally get out of the busy city. Vietnam, here we come :)

We followed the Mekong River to Vietnam. Without having spend much time in Cambodia, I was really looking forward to Vietnam. A new country, new people and hopefully more and better food. We crossed the border on 28.10.2017. In the evening we met up with a warmshower host in Tân Châu An Giang. He teaches in a small English school where we visited some classes and said ´hi´. Later on we had our first Vietnamese dinner together.

Finally I am back in a country with good food. The selection in Cambodia was relatively limited. Since we are in Vietnam, it´s hard to stop eating during day. There are so many delicious things that look good and you have to try. Most of the dishes are served with fresh herbs and salad on the side. It feels like a paradise;) Once again I’m glad that I´m cycling so that I´m burning some calories throughout the day. However, I often wish to have a bigger stomach to be able to eat 10 dishes instead of just 4 or 5 dishes a day: D

Even after crossing the border, we stayed in the Mekong Delta and cycled south-east. Our plan was to get to Ho Chi Minh City before heading north to Hanoi. Around the Mekong Delta we took many small ferries, always trying to find the least traveled road. Some sections were aweful. The road conditions were not very good. They were paved, but super bumpy and the numerous buses and trucks which were overtaking you showed a similar behavior as in Cambodia. Don´t slow down for anything, beep constantly and overtake everyone with no regard for losses. Other sections though,  when we found a small road, were super nice to cycle on. It was interesting to see how people live in small villages and what they do during the day.

Vietnam is a country where people drink a lot of coffee. There are several small simple cafés. Most commonly you see very small plastic chairs with little tables along the road. Often there is also a covered area with some hammocks. Some of the cafés though have slightly more comfortable chairs and tables. The Ca Phe here, which translated means coffee, has a very aromatic taste. I wouldn´t really compare it with the coffee you get in German cafés for example. Since Vietnam is a very hot country, you usually drink the coffee with ice. It is typical that it is served with either sugar or sweetened condensed milk. Sometimes you get a glass of ice and a cup with a Vietnamese coffee filter sitting on top of it. The coffee still drips in a cup and you then mix everything yourself. In other cafés, the coffee is already served in a glass with ice. As well as almost at every small street stall restaurant, you also get tea when you order a coffee.

On 2.11.2017 we arrived in Ho Chi Minh City. It was, as I had previously assumed, quite a challenge to cycle in the city. The traffic was particularly crazy in the big roundabouts. It is important to look in every direction and to be aware of everything. It´s also best to not change your direction or speed abruptly. You have to be predictable for other drivers. It seems to be the solution to avoid any collisions. Exactly the same applies to pedestrians. One travel guide book I had a look at said that crossing the road on foot is a form of art. I guess you could say it like that;)

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The girl in the rubbish bag at Angkor Wat

Aufgrund meines festen Zeitplans und um Hamish zu treffen, bin ich von der kambodschanischen Grenze in nur dreieinhalb Tagen bis nach Siem Reap geradelt. Der erste Tag war gut, ich befand mich noch auf einer Art Hochebene und die Landschaft, die Plantagen und die Reisfelder waren hübsch anzusehen und die Straße war relativ ruhig. Am zweiten Tag hätte ich aufgrund des schon beschriebenen Verkehrsverhaltens und einer dazu relativ schmalen Straße am liebsten einfach den Daumen rausgehalten und mich von einem dieser manchmal schon halb auseinanderfallenden Autos mitnehmen lassen.

Erleichtert bin ich bin daher am 11.10.2017 in Siem Reap angekommen und habe für ganze 3 US$ im Hostel übernachtet, um Hamish den nächsten Tag vom Flughafen abzuholen. Mit ziemlicher Verspätung war er gegen frühen Nachmittag dann auch endlich angekommen. Es war schön, sich nach 1,5 Monaten wieder in den Armen zu liegen. Wir hatten für die nächsten 4 Nächte in ein schickes Hotel eingecheckt, was Erholungspunkt nach unseren Angkor Erkundungstouren sein sollte.

Angkor, was soviel wie ´Stadt´ bedeutet, ist die wohl bekannteste Touristenattraktion in ganz Kambodscha. Es handelt sich dabei um ein riesiges Gebiet südlich von Siem Reap mit der Gesamtfläche von etwa 400km³. In diesem Gebiet befinden sich etliche Tempelanlagen, die vom 9. bis zum 15. Jahrhundert das Zentrum des historischen Khmer-Königreichs bildeten. Es ist UNESCO Weltkulturerbe und gleichzeitig einer der größten archäologischen Parks in Asien. Wie hatten uns dafür eintschieden, einen 3-Tages-Pass zu kaufen, um genügend Zeit zu haben und alles etwas entspannter angucken zu können. Die Fahrräder waren dabei sehr nützlich, da man flexibel zu den relativ weit voneinander entfernt liegenden unterschiedlichen Tempeln gelangt. Viele Leute buchen ein Tuktuk (Motorradtaxi) für den ganzen Tag, das einen herumfährt.

Man sollte annehmen, dass ich bzgl. Tempeln, dem Verhalten in ihnen und dem Dresscode langsam ein Experte bin, so oft wie ich in einem geschlafen habe oder mir welche angeguckt habe. Aber meine Verplantheit und Dusseligkeit hat sich von seiner besten Seite gezeigt. Am Tag unseres ersten Besuchs der  Angkor Wat Anlagen hatte ich nichts weiter als meine kurze Radhose und ein Top an. Ich hatte mir natürlich auch keinerlei andere Kleidung oder mein Tuch, das ich normalerweise umbinde, mitgebracht. Da standen wir nun also vor dem Eingang des ersten Tempels ca. 10 km von unserem Hotel entfernt und ich hatte nicht genug an, um in die Tempelanlage zu gehen… ärgerlich. Glücklicherweise versuchen die Einheimischen an den Touristen auch etwas Geld zu verdienen, sodass sie überall Stände unter anderem auch mit Klamotten haben. Einer davon befand sich direkt neben dem Eingang dieses Tempels. Um nicht wieder zurück zum Hotel fahren zu müssen, habe ich mich also für ein Shirt entschieden und… ja es mag sich komisch anhören… eine schwarze Mülltüte. Ich wollte einfach keine Klamotten kaufen, die ich im Prinzip nicht brauche. Ich dachte mir also, warum Geld für Hose oder Rock ausgeben, wenn es doch so viel einfacher sein kann. Ich schien die Attraktion zu sein. Eine Mülltüte als Rock. Nicht nur andere Touristen haben mich etwas schräg angeguckt, auch die Security in den Tempeln hatte wohl noch nie einen Touristen mit dieser Art von Kleidung gesehen. Sie waren sehr amüsiert darüber. Wir haben´s gelassen genommen und hatten so unseren Spaß. Die Tüte hat seinen Zweck erfüllt und abgesehen davon, dass es bei der Wärme und Sonne unerträglich warm darunter war, habe ich vielleicht ganz unbewusst einen neuen Tempel Notfalltrend gesetzt;) Wer weiß?!

Die Tempel, die wir in den drei Tagen gesehen haben, waren atemberaubend. Ich hatte noch nie zuvor in meinem Leben eine solche alte, präzise und intelligente Bauweise gesehen. Sehr oft schienen die Tempel und die darum liegenden heruntergefallenen riesigen Gesteinsbrocken mit der Natur zu verschmelzen. Genau die Tempel haben mir fast noch besser gefallen, als die, die sie versuchen mit viel Mühe zu restaurieren und die (wie Angkor Wat), gefüllt sind mit Touristen. Es ist viel faszinierender zu sehen, wie ein Baum einmal ganz klein auf einer Mauer zu wachsen begann und dann über die Jahre sein massives Wurzelgeflecht über alles ausgebreitet hat und sich an jeder noch so kleinen Ecke festhält. Ein sehr mystischer Ort, der sich mit Tageszeit, dem Sonnenstand und dem Lichteinfall ständig zu ändern scheint.

Es war angenehm, ein hübsches Hotelzimmer und einen Pool zu haben, um sich nachmittags, morgens oder nachts zu erfrischen. Siem Reap besteht gefühlt nur aus Hotels und dennoch sieht man überall, dass noch weiter gebaut wird oder bestehende Gebäude erweitert werden. Der Tourismus scheint definitiv die Haupteinnahmequlle in der Stadt zu sein. Wo auch sonst in Kambodscha würde es sich mehr lohnen, als direkt nebenan von Angkor.

Als wir am 16.10.2017 von Siem Reap aus Richtung Norden gefahren sind, haben wir auch auf dem Weg noch weitere Tempel besucht. Am 17. habe ich mich abends nicht gut gefühlt, hatte Fieber und verrückte Schweißausbrüche. Wir sind den nächsten Tag dennoch weiter gefahren, um in eine kleinen Stadt zu kommen. Dort lag ich dann zwei Tage mit den gleichen Symptomen komplett flach. Am Samstag ging es mir minimal besser, sodass wir beschlossen hatten in die nächst größere Stadt Preah Vihear zu fahren, um unter anderem auch Internet zu haben. Wir hatten entschieden, dass es wahrscheinlich besser ist, wenn ich mich im Krankenhaus durchchecken lasse. Die medizinischen Standards sind in Kambodscha außerhalb der beiden großen Städte Siem Reap und Phnom Penh nicht so besonders gut, was das Krankenhaus in Preah Vihear auch gezeigt hat. Wir haben also am Sonntag früh mit komplettem Gepäck ein Taxi in die 300km entfernte Stadt Phnom Penh genommen. Zum Glück kann man sich das hier leisten. Im Krankenhaus stellte sich dann heraus das ich Dengue Fieber habe/hatte. Um verschiedene Werte wieder in den grünen Bereich zu bekommen, musste ich zwei Nächte im Krankenhaus bleiben. Langsam bin ich echt froh eine Reisekrankenversicherung abgeschlossen zu haben.

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I cycled from the Cambodian border to Siem Reap in only three and a half days cause I was going to meet Hamish there on a particular day. The first day of cycling was good. I was still up on kind of a plateau and the landscape was pretty with many plantations and rice fields. The road was relatively quiet. On the second day I had moments where I would have prefered to try and hitchhike with one of these almost collapsing cars. The traffic behavior in Cambodia and the relatively narrow street I was on were not the best combination.

I was relieved when I arrived in Siem Reap on the 11th of October 2017. I spent the night in a hostel for only US $ 3 and was planning to pick up Hamish from the airport the next morning. With some delay he finally arrived in the early afternoon. It was nice to be in each others arms again after 1,5 months. We had checked into a fancy hotel for 4 nights which was going to be our base to rest in between our trips exploring the Angkor temples.

Angkor, which means ‘city’, is the most famous tourist attraction in Cambodia. It is a huge area North of Siem Reap with a total area of ​​approximately 400km³. There are several temples in this area which once formed the center of the historic Khmer kingdom from the 9th to the 15th century. It is a UNESCO World Heritage Site and one of the largest archeological parks in Asia. We decided to buy a 3-day pass to have enough time to look around and to be able to visit the different temples more relaxed. The temples are quite far apart from each other so it was good to have the bicycles to reach them easier and quicker. Many people book a tuktuk (motorcycle taxi) for the whole day which drives them around.

You would assume that by now, after sleeping in and looking at many temples, that I would be an expert in the behavior and dress code required. But my scattiness and stupidity shone through. The day of our first visit of the Ankor Wat grounds, I was just wearing my short cycling shorts and a top. Of course I hadn´t brought any other clothes along or my cloth, which I usually wear going into temples. So we were standing in front of the entrance of the first temple about 10 km away from our hotel and my arms and legs were not covered enough to be allowed to go into the temple… too bad. Fortunately the locals try to make some money of the tourists as well, so that they have stalls everywhere selling clothes, drinks and everything else. One of them was right next to the entrance of the temple we were at. So instead of driving all the way back to the hotel, I decided to get a shirt and … yes it might sound funny … a black rubbish bag. I just didn´t want to buy clothes that I basically don´t need. So I figured why should I spend money on pants or a skirt, when it can be so much easier. It seemed that I became a little attraction with my rubbish bag that I was wearing as a skirt. Not only other tourists looked at me a bit puzzled. Also the security in the temples had probably never seen a tourist with this type of clothing. They were very amused about it. We took it calmly and had fun. The bag had served its purpose and apart from the fact that it was unbearably warm underneath cause of the heat and the sun, I might have unconsciously set a new trend;) Who knows?!
The temples we saw in three days were breathtaking. I’ve never seen such an old, precise and intelligent design before. Very often, the temples and the huge rocks which had fallen down seemed to merge with the nature. I liked those temples even better than the ones where they try to restore everything with great efforts and which (like Angkor Wat) are visited by way too many tourists. It is much more fascinating to see how a tree which once started to grow on a wall, over the years had spread out its massive root network covering a big part of the wall. The roots hold on to every little corner. It is a very mystical place that constantly seems to change depending on the time of the day, the position of the sun and the light.

It was nice to have a fancy hotel room to come back to in the end of the day and a pool to refresh yourself in the afternoon, morning or at night time. Siem Reap has an incredible amount of hotels, and yet you can see lots of building sites and construction areas everywhere. Tourism definitely seems to be the main source of income in the city. Where else in Cambodia would it make more sense than just next door to Angkor Wat.

We left Siem Reap on October 16th, 2017 heading North. On the way we still visited more temples. On the 17th I didn´t feel very well in the evening. I had fever and was sweating a lot. Nevertheless I kind of wanted to cycle the next day to get to a small town what we did. There it got even worse. We had two days off and I slept most of the time still having the same symptoms. On Saturday I felt a little better so that we cycled to the next larger city Preah Vihear, also to have access to Wifi. We decided that it would probably be better if I see a doctor. The medical standards outside the two major cities Siem Reap and Phnom Penh in Cambodia are not very good. The hospital we had a look at in  Preah Vihear proofed that as well. For that reason we took a taxi with all our luggage and the bikes to get to Phnom Penh on Sunday. Luckily you can afford it here even though it was 300km to get to Phnom Penh. In the hospital it turned out that I´ve had / still had dengue fever. To get several results ​​back to normal, I had to stay in the hospital for two nights. By now I’m very happy that I got a health insurance for my trip.

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Pouring rain in Thailand and welcomed by crazy drivers in Cambodia

Ich war schon ein wenig froh wieder aus Bangkok raus zu sein. Endlich war ich wieder auf halbwegs ruhigen Straßen unterwegs und die Luft wurde wieder besser. Mein Plan war es nicht direkt auf kürzestem Weg nach Kambodscha zu kommen, sondern weiter an der Küste Thailands entlang zu fahren. Hamish hatte seine Operation gut überstanden und würde schon relativ bald wieder fit genug sein, um Fahrrad zu fahren. Er hatte seinen Flug für den 12.10.2017 nach Siem Reap gebucht. Ich habee also ein Ziel und eine Zeitspanne dafür;)

Nachdem ich von Bangkok aus nach Osten gefahren war, bin ich erst auf Höhe Pattaya wieder zurück an die Küste gekommen. Pattaya soll eine der Haupturlaubsregionen für Leute in Bangkok sein. Für mich ist dies relativ unverständlich. Der Strand ist nicht besonders schön. Jedoch gibt es Bars, Restaurants, Shops, die für den Ort berühmte ´Walking Street´ und etliche Hotels, was für einige Leute scheinbar wichtiger ist als ein bisschen schöne Natur um sich herum zu haben. Zwei Tage später hatte ich in Rayong gerade gestoppt und Lunch gegessen, als Chumpol mich ansprach und fragte, ob wir uns unterhalten könnten. Es stellte sich heraus, dass er in der Gegend wohnt und selbst sehr viel reist. Er würde sehr gerne auch selbst einmal mit dem Fahrrad reisen. Er sprach sehr gutes Englisch, was die Unterhaltung vereinfachte. Da ich sowieso in dem Ort bleiben wollte, haben wir den ganzen Nachmittag zusammen verbracht, Kaffee getrunken und uns über alles mögliche unterhalten. Neben seinem Beruf, hat er die Durian Farm seines Vater übernommen. Wir hatten abgemacht, dass ich ihn dort auf meinem Weg nach Kambodscha besuchen könne, um zu gucken wie Thailands bekannte ´Stinkefrucht´ wächst. Wir hatten uns spontan am nächsten Tag noch zum Abendessen getroffen, da ich auf Grund des starken Regens, der länger anhielt nicht wirklich weit gekommen war und er die Gegend gut kannte. Nach einem sehr langen Tag mit ziemlich beständigen Wetter hatte ich es am 3.10.2017 bis nach Chanthaburi geschafft. Von dort habe ich Mittwoch einfach nur einen Tagesausflug mit Chumpol gemacht und meine Sachen im Hotel gelassen. Auf dem Plan standen: Altstadt Chanthaburi, Besuch von zwei Verwandten, Besuch seiner Durian Farm bei dem Haus seiner Mutter und des Namtop Philo National Park, dann Dinner zurück in Chanthaburi. Ein interessanter Tag, voll gepackt mit neuen Sachen zum kennenlernen, netten Unterhaltungen und einem Wasserfallpool voller Fische (siehe Fotos). Es hat mich schon ein bisschen Überwindung gekostet dort rein zu gehen, da ich kein großer Fan von Algen oder Fischen bin, die einen an den Beinen berühren :D

Von Chanthaburi aus folgte ein Loop zurück zur Küste, entlang welcher ich fast bis nach Trat gefahren bin. Noch auf Thailändischer Seite bin ich Richtung Norden geradelt, um zum Grenzübergang bei Ban Leam zu gelangen. Dabei bin ich noch mal durch eine ganz neue Landschaft Thailands gefahren. Hügel waren inklusive und es sollte eine der wenigen Gegenden in Thailand sein, wo es noch wilde Elefanten gibt. Gesehen habe ich leider keine, nur die Warnschilder.

Auch wenn sie einen beim Grenzübergang versuchen abzuzocken und mehr Geld für das Visa zu verlangen als es kostet, war er doch relativ problemlos. Ich hatte mich im Voraus wieder so gut über das Land, in das ich als nächstes fahre (Kambodscha) informiert, dass ich nicht mal wusste, dass hier auf einmal Rechtsverkehr herrschte. Knapp ein Jahr bin ich nun schon in Ländern unterwegs gewesen, in denen auf der linken Straßenseite gefahren wird. Die Umstellung fällt mir doch arg schwer. Immer wieder fahre ich beim Abbiegen oder Losfahren auf die falsche Straßenseite. Es wird hoffentlich nur ein paar Tage dauern, bis ich mich wieder daran gewöhnt habe.

Mein erster Eindruck von Kambodscha ist, dass es schwieriger ist, als in Thailand außerhalb von Orten Essen und einen Schlafplatz zu finden und dass das Fahrverhalten ziemlich aggressiv ist. Die Bremse scheinen die Fahrer hier nicht zu kennen, dafür umso mehr die Hupe. Es wird mit den riskantesten Manövern überholt, obwohl absolut kein Platz dafür ist. Die Fahrer scheinen jedoch anzunehmen, dass durch ein durchgehendes Hupen auf einmal die Straße frei wird und jeder ausweichen würde. Ich hoffe, dass nicht alle Straßen in Kambodscha so sind, denn es macht absolut keinen Spaß, jeden Moment befürchten zu müssen, vom Rad geholt zu werden.
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I was kind of happy when I left Bangkok again. Finally I was back on more quiet roads and the air got better again. My plan was not to go straight to Cambodia via the shortest route. I wanted to continue to cycle along the coast in Thailand. Hamish has had his surgery back in Auckland and everything went well. He will probably be able to cycle again very soon. He booked his flight from Auckland to Siem Reap for the 12th of October. For me this meant that I have a time limit and a destination;)

After leaving Bangkok cycling East I didn´t hit the coast again until I got to Pattaya. Pattaya is supposed to be one of the main holiday regions for people from Bangkok. I can´t quite understand that. The beach isn´t very pretty. Though you find a lot of bars, restaurants, shops, hotels and the ´Walking Street´ which is popular for that town. For a lot of people all that might be more important than to be surrounded by beautiful nature.

Two days later I had just stopped in Rayong and had some lunch when Chumpol came up to me. He asked me if we could chat for a little bit. It turned out that he lives in the area and he loves travelling himself as well. He would love to once do a trip with a bicycle as well. He spoke very good english which made the conversation easy. Since I had planned to stay in Rayong anyway we spent the whole afternoon together, had a coffee and chatted about all different kind of things. Besides his Job he also has a Durian farm which he took over from his dad. We were planning that I´m going visit him on his farm on my way to Cambodia to see how Thailands stinkiest fruit grows. We spontaneously met up for dinner the next night since I didn´t get far on that day caused by constant and strong rain. After a very long day the next day with very good weather I made it to Chathaburi on 3.10.2017.

From there on Wednesday I just did a day trip with Chumpol and left all my stuff in the Hotel. The plan for the day was: Old town Chanthaburi, visit two of Chumphols relatives, visit his Durian farm at his mums house and have a look at the Namtop National Park, then some dinner back in Chanthaburi. It was a very interesting day, lots of things too learn about, great conversations and a waterfall pool with heaps of fishes (see the photos). It took me quite a while to go into the water. I don´t like it very much when I touch seaweed or fishes with my legs while I´m swimming. I´m glad though I went in… something you don´t do everyday.

From Chanthaburi I did a loop back to the coast to where I had turned of and went almost all the way to Trat. Still in Thailand I went back up North again to get to the border at Ban Leam. To get there I once again cycled through a totally new scenery of Thailand where some hills were included. It is supposed to be one of the few areas in Thailand where you can still find some wild elephants. Unfortunately I haven´t seen any, only a lot of road signs telling you to be aware of them

Even though they try to rip you off at the border and try to overcharge you for the Visa, the border crossing was quite easy. I had done that much research about the next country I´m going to (Cambodia) that I didn´t even know that they are suddenly driving on the right hand side of the road. Now I was cycling almost one year in countries where you drive on the left hand side of the road. The adaption is still quite hard for me. I often still cycle on the wrong side of the road after a stopp or when I turn into another road. I hope it will only take me a few days to get used it again.

My first Impression of Cambodia is that it is way harder to find food outside of a town (sometimes even in a small town) and that everyone is driving quite aggressive here. People don´t seem to know that there is a break and what it is for. But they do know the horn. They very risky overtake you even though there is no room at all. The drivers seem to expect that as soon they beep long and often enough everyone gets off the road and makes some room. I hope that not all the roads in Cambodia are like this cause it´s not much fun if you need to worry about getting hit by a car the whole time.

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Bangkok- the city with 14-lane highways

Ich hatte schon zuvor von einigen anderen Touring Radfahrern gelesen oder gehört, dass es stressig und absolut kein Vergnügen sein soll, nach Bangkok rein zu fahren. Manche Radfahrer nehmen daher öffentliche Verkehrsmittel oder ein Taxi für das letzte Stück. Ich dachte mir, es wird schon schief gehen. Nach einer so langen Zeit auf dem Rad, bin ich bestimmt auch dem gewachsen und es ist sicherlich eine Erfahrung wert. Nunja…

Am Vormittag hatte ich noch verkehrruhigere kleine Nebenstraßen gefunden, auf denen man gut voran kam. Die letzten 20km war davon jedoch nichts mehr zu sehen. Plötzlich befand ich mich auf einer 14 spurigen Straße im nordwestlichen Teil von Bangkok. Mit einem ausreichend breiten Seitenstreifen wäre das sicherlich kein Problem gewesen, doch der wird für diese Straßen wohl als überflüssig empfunden. Das Verkehrsaufkommen ist gewaltig und auch wenn man auf der linken Spur so weit links fährt, wie nur möglich, muss man unglaublich aufmerksam sein und mit allem rechnen. Zum ersten Mal in Thailand hatte ich das Gefühl, dass mich das Verkehrsverhalten, was ich schon so oft beschrieben hatte, deutlich überfordert. Mein Ziel war zum Glück nicht Downtown Bangkok, sondern das Haus meines Warmshowerhosts, ein bisschen außerhalb gelegen (nicht, dass es einen großen Unterschied machen würde). Es war schwer genug dort hin zu kommen. Anfangs habe ich noch versucht mit meinem GPS Seitenstraßen zu finden, um diesen VIELspurigen Straßen auszuweichen. Bangkok ist jedoch ein reinstes Sackgassen Labyrinth. Wenn man doch mal eine Straße gefunden hat, die nicht auf einmal endet, so war auf dem GPS jedoch vorher nicht ersichtlich, dass man daraufhin eine 10 spurige Straße irgendwie überqueren musste/sollte, weil es auf der anderen Seite weiter geht. Es war zum verzweifeln :D Ich habe irgendwann aufgegeben und bin einige Kilometer auf einer der 14 Spuren auf der Hauptstraße gefahren. Bangkok- sie haben ihr Ziel erreicht!

Von meinen drei Tagen, die ich in der Hauptstadt verbracht hatte, habe ich zwei Tage das Zentrum ein wenig erkundet. Es hat mir nicht ganz so gut gefallen. Ich weiß, dass ich nicht die Person bin, die riesige Städte liebt, dennoch wollte ich mir ein Bild von Bangkok machen. Meine Haupteindrücke waren: laut, viel Verkehr, viele Leute, schlechte Luft, enorme Gegensätze von touristischen Plätzen, Tempelanlagen, dem Touristenviertel mit Bars und Restaurants und den ganz normalen Wohnvierteln. Es überforderte mich! Einerseits wollte ich mich umsehen und andererseits wieder schnellstmöglich raus aus dieser Riesenmetropole.

Googelt man die Einwohnerzahl Bangkoks, bekommt man die Zahl ca. 8 Millionen genannt. Ein Freund aus Thailand, der auch eine Zeit lang in Bangkok gewohnt hat, hat mir jedoch erklärt, dass es insgesamt wohl an die 30 Millionen sein müssen. Etliche Menschen, die in Bangkok arbeiten, sind weiterhin bei ihren Familien auf dem Land gemeldet. Es sei zu viel Arbeit sich umzumelden. Es gibt einen Tag im Jahr, wo es bei den Einheimischen üblich ist, sich mit der gesamten Familie zu treffen. Bangkok sei an diesem Tag wie ausgestorben, fast schon wie eine Geisterstadt.

Am 28.9.2017 habe ich mich wieder auf den Weg gemacht. Genug von der großen Stadt, auf geht´s nach Kambodscha!
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I had hear from other touring cyclist before that it´s absolutely no fun and very stressful to cycle the final stretch into Bangkok. For this reason some cyclist decide to take public transport or a taxi into town. I thought, it´s not going to be too bad. After such a long time on my bicycle I thought I could cope with that and it might be worth the experience. Well…

In the morning I had found some quiet small roads on which I could quickly get a few kilometers done. The last 20km, these kind of roads were gone. Suddenly I found myself on a 14-lane Highway in the northwestern part of Bangkok. If the shoulder would have been wide enough I imagine it would have been fine but none of those roads had one. The amount of traffic was immense and even if you were riding as far left as you could you still needed to be very careful and pay attention to everything. For the first time in Thailand I had the feeling that the traffic and the way people are driving here (I metioned that in earlier blog entries) was too much for me.

Luckily my destination wasn´t Downtown Bangkok but the house of my Warmshowerhost I was planning to stay with. It was hard enough to even get to there. In the beginning I tried to find some smaller backroads and shortcuts with my GPS to avoid those busy multiple lane highways. Bangkok is a huge maze though. When I finally found a road which didn´t just end somewhere unfortunately I could´t see on my GPS beforhand that I now would need to cross a 10 lane Highway to keep going on the other side. It was enough to drive you to despair. At one point I just gave up and cycled for a few Kilometers on the main road with 14 lanes. Bangkok- you reached your destination.

I spent three days in the capital and I explored Downtown Bangkok for about two days. I didn´t like it that much. I know that I´m not the person who likes big cities a lot but I still wanted to have a look at Bangkok since it´s my first time in Thailand. My main impressions were: loud, a lot of traffic, bad air polution, big differences between touristic places, temples, the tourist area with bars and restaurants to the areas where the locals live. I was a little bit overwhelmed! On one hand and I wanted to go exploring and on the other hand I wanted to get out of this megalopolis as soon as possible.

If you Google the total Population of Bangkok, you´ll find the number 8 Million. A friend of mine how is living in Thailand and was living in Bnagkok for a couple of years told me that in total there must be about 30 Million people living in Bangkok. A lot of the people who are woking and living in Bangkok are still registered somewhere in the coutryside where their family lives. For most of them it´s too much effort to change it. There is one day, he told me, where the locals meet with the whole family. Bangkok would seem dead, almost like a ghost town on that day.

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Punctures on my way to Thailand´s capital

Meine Route Richtung Bangkok führte weiterhin direkt an der Küste entlang. Die touristischen und nicht so touristischen Gegenden, durch die es ging, konnte man immer gut daran unterscheiden, wie viele Hotels dort waren, ob sich die Preise für Essen verdreifachen und wie sauber und gepflegt der Strandabschnitt war. Eine Gegend, die ich super schön fand war Prachuap Khiri Khan. Die Stadt hat genau die richtige Größe, es gibt einen schönen Strand in der Nähe und die Buchten sind geprägt durch kleine Berge auf dem Festland und ein paar Inseln. Einen der Berge hatte ich natürlich gleich wieder ins Auge gefasst, allerdings ist er leider nur ganz selten für die Öffentlichkeit zugänglich. Schade! Ich musste mich also mit dem sogenannten Monkey Mountain zufrieden geben. Der kleine Berg macht seinem Namen alle Ehre. Ich dachte vielleicht, dass ich zuvor irgendwo die meisten Affen auf einem Fleck gesehen hätte, aber da irrte ich mich. Auf dem Berg wimmelte es nur so von Affen.  Ich war froh, dass ein paar Einheimische gerade überall Maiskolben und Bananen verteilten hatten. So waren die geschätzten 200 Affen (oder mehr) entlang der Treppen nach oben mehr damit beschäftigt zu essen, als Touristen zu belästigen. Es war schon eine Erfahrung wert, insbesondere das Verhalten untereinander zu beobachten und auch ganz viele Babyaffen zu sehen- definitiv besser als Zoo.

Innerhalb weniger Tage hatte ich drei Platten. Die ersten zwei habe ich relativ problemlos getauscht, auch wenn ich sagen muss, dass der faltbare Reifen, den ich seit Neuseeland nun auf meinem Hinterrad habe super, super schwer von der Felge zu kriegen ist. Platten Nr. 2 und 3 hatte ich kurz hintereinander am selben Tag. Bei Nr. 3 stand ich am Straßenrand, in praller Mittagssonne, kein Schatten weit und breit, ich konnte nicht vor und nicht zurück und ich hatte keinen heilen Schlauch mehr. Die Entscheidung nicht am Straßenrand in der Sonne meinen Reifen zu flicken fiel relativ leicht. Also, Daumen raus und hoffen, dass mich irgendjemand aufsammelt und zurück zu den letzten Häusern bringt, an denen ich kurz zuvor vorbeigefahren war. Ich hatte Glück! Ein Pick-Up Truck diente als Taxi für die 700m zurück und ein Mopedfahrer wusste von einem Hinterhof, wo jemand Motorräder und Fahrräder repariert. Ich durfte also zugucken und nach etwa 20 Minuten ging schon weiter. Es war eine sehr positive Erfahrung mit den Einheimischen, die sehr hilfsbereit waren:)

In Cha-am Beach habe ich nach langer Zeit mal wieder bei einem Warmshowerhost übernachtet. Paul und Natt haben mich super lieb aufgenommen und es tat gut mal wieder übers Biketouring zu quatschen. Wir haben viel gelacht und ich habe spontan einen Pausentag eingelegt.

Je weiter ich Richtung Norden geradelt bin, desto öfter wurde ich nass. Meistens gegen Nachmittag kamen plötzlich von irgendwo her riesige Gewitterwolken. Manchmal war es perfektes Timing, dass ich gerade für den Tag gestoppt hatte und manchmal wurde ich ziemlich nass. Eigentlich sind kurze heftige Schauer typisch für Thailand. Manchmal dauerte das ´kurz´ jedoch ganz schön lange.

Auf meinem Weg nach Bangkok habe ich bei dem berühmten ´Folding Umbrella Market´ angehalten. Ein großer Teil des Marktes sieht aus wie jeder andere. Ein Bereich ist jedoch entlang einer Bahnschiene ganz in der Nähe des Endbahnhofs aufgebaut. Die Stände befinden sich super nah an den Schienen, wobei manchmal die Körbe, Schalen oder Früchte sogar auf den Schienen liegen. Die Besucher laufen in dem Schienenbett entlang, wodurch es manchmal ziemlich eng werden kann. Sobald ein Zug kommt, was insgesamt 8 mal am Tag vorkommt, ertönt ein lautes Geräusch und eine Laufsprecherdurchsage. Die Standbesitzer wissen dann, dass in ein paar Minuten der Zug durchrollt. In einer atemberaubenden Geschwindigkeit und faszinierenden Routine falten sie die Standmarkisen nach hinten, rollen Stände zurück, oder räumen Sachen von den Schienen. Viele Auslagen, darunter beispielsweise Obst und Gemüsestapel scheinen genau abgemessen zu sein. Der Zug verfehlt sie gefühlt nur um einige Millimeter. Wenige Sekunden nachdem der Zug einen Stand passiert hat, wird alles genauso schnell wieder zurück gebaut und das Marktgeschehen ist, als sei nichts gewesen. Ich kann euch sagen, ich war noch nie in meinem Leben so nah am einem fahrenden Zug- ich habe ihn fast mit der Nasenspitze berühren können.

Am selben Tag bin ich durch etliche Kokosnussplantagen gefahren. Als ich bei einer Plantage einige Arbeiter gesehen habe, habe ich kurz angehalten, um zu gucken, was sie machen. Sie waren gerade dabei die Kokosnüsse zu ernten, sie in den zwischen den Kokosnusspalmen verlaufenden Kanälen zu sammeln, um sie dann auf einen LKW zu laden. Keiner konnte wirklich Englisch sprechen, aber ich durfte Fotos machen und mir wurde eine frisch geöffnete Kokosnuss angeboten, dann eine zweite und eine dritte;) Bei der Hitze war sowohl das Kokosnusswasser, als auch das Fleisch ein Genuss. Einer der Männer hatte mir angeboten, Kokosnüsse auf meinem Fahrrad mitzunehmen. Als er jedoch einen ganzen „Ast“ mit etwa 7 Kokosnüssen hoch hob und ihn zu meinem Rad bringen wollte, musste ich doch etwas schmunzelnd ablehnen und zeigte mit der Hand die Ziffer 3. Ein ganzer Ast wäre dann doch ein bisschen schwer geworden. Drei sollten mich am nächsten Tag bis Bangkok bringen.
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My route to Bangkok continued along the coast. You could always distinguish the touristic areas from the less touristic areas by how many hotels there were, whether the prices for food tripled and how clean and well-kept the beach section was. One area that I liked a lot was Prachuap Khiri Khan. The town has just the right size, there is a nice beach nearby and the bays are characterized by small mountains on the mainland and a few islands. One of the mountains, of course, I would have loved to go up again, but unfortunately it is accessible to the public only a few time a year. Pity! So I had to be content with only going up the so-called Monkey Mountain in town. The name for the small mountain is well chosen. I thought maybe I had seen the most monkeys in one spot on one of my other small hikes before, but I was wrong. On this mountain there were just sooo many monkeys… it was crazy. I was glad that a few locals had just distributed corncobs and bananas everywhere. So the estimated 200 monkeys (or more) along the stairs were busy eating and didn´t really think about bothering tourists. It was worth the experience, especially to watch the behavior among each other and also to see quite a few baby monkeys – definitely better than Zoo.

Within a few days I had three punctures. The first two were relatively easily to fix, even though the foldable tire which I have on my rear wheel since seven month now, is super difficult to remove from the rim and to get it back on. The second and the third puncture happened shortly after each other on the same day. Unfortunately when I had the third puncture I was standing on the side of the road, in the bright hot midday sun, no shade anywhere and I couldn´t really go back or forwards at all. As well I didn´t have another innertube left without a hole in it. So it wasn´t very hard to decide that I´m not going to patch and change my innertubes in the bright sun on the roadside. I thought a good and my best bet is to try to hitchhike a few hundred meters back on the same roads. That´s were I had passed some houses not long ago. I was lucky! A pickup truck stopped and we loaded my bicyle with all the bags on the back of the car. There was also a moped driver who had stopped and who fortunately knew of a backyard where someone repaired motorbikes and bicycles. It was pretty good. They didn´t want me to help so that I sat down and watched them fixing my tube. After about 20 minutes I was back on the road again. It was a very positive experience with the locals who were very helpful :)

In Cha-am Beach I stayed with a Warmshowerhost after a long time being in an area without Warmshowerhosts. Paul and Natt warmly welcomed me and it felt good to chat about biketouring again. We laughed a lot and I spontaneously had a day off.

The further I went North the the more I got wet. Mostly around midday, huge storm clouds suddenly appeared. Sometimes it was perfect timing that I had just stopped for the day and sometimes I just got soaked. Usually short fierce showers are typical for Thailand. Sometimes the ‘short’ lasted quite a long time though.
On my way to Bangkok I stopped at the famous ‘Folding Umbrella Market’. A large part of the market looks like all the other markets I´ve been to. But there is also an area where the stands are build up along a railway track very close to the final stop. The stalls are super close to the rails, sometimes the baskets, bowls or fruits are even on the rails. The visitors walk in between the rails, which makes the whole area very crowded. As soon as a train arrives, which occurs a total of 8 times a day you can hear a loud noise and an announcement through loudspeakers. All the stand owners know that within a few minutes there will be a train rolling past. In an incredible speed and a fascinating routine, they fold the stand awnings back, move whole stands backwards by rolling them or clear things from the rails. Many outlays, including fruit and vegetables, seem to be exactly measured. The train misses them only by a few millimeters. A few seconds after the train has passed a stand, everything is moved back quickly where it was before and the market seems like nothing had happened. I can tell you, I’ve never been so close to a moving train in my life before, it almost touched the tip of my nose.

On the same day I cycled through several coconut plantations. I stopped at one of the plantations cause I saw some guys working there. They had just harvested the coconuts, collected them in the water channels running in between the coconut palms, and started to load them onto a truck. No one could really speak English, but I could take a few photos and I got offered a freshly opened coconut, then a second and a third one;) In the heat the coconut water as well as the meat was delicious. One of the guys offered me to take some coconuts with me on my bike. When he brought up a whole branch with about 7 coconuts to my bike I just grinned and showed him that I can´t take that many cause they are too heavy. I showed him the number 3 and he happily gave me only three coconuts to tight to my bike. It should be enough to keep me going to Bangkok the next day.

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5 month left- back on the road by myself again

Nachdem ich Hamish zum Flughafen gebracht hatte, ging es am nächsten Tag wieder alleine weiter. Ich war traurig, dass er nicht mehr da ist. Es ist schön einen Freund und gleichzeitig Reisepartner gefunden zu haben, der fast genauso verrückt ist, wie ich und kein Problem damit hat auf meine Art, simpel, günstig und mit dem Fahrrad zu reisen. Ich hoffe, dass er mich vielleicht noch einen weiteren kleinen Teil meiner langen Reise begleiten kann. Ich vermisse es Erfahrungen und Erlebnisse teilen zu können. Es war schön, insbesondere in Asien jemanden zu haben, der schon mal dort gewesen ist. Hamish konnte mir einige Sachen zeigen, die ich probieren sollte und ein paar Dinge erklären. Natürlich ist es auch gut verschiedene Gerichte zu bestellen und teilen zu können;) Wenn ich etwas nicht mochte oder es zu scharf war, musste Hamish es eben essen. Gleichzeitig habe ich nach 1,5 Jahren alleine reisen auch einen gewissen Reisetrott/ Reiserhytmus entwickelt, in dem ich nun auch in Asien schnell wieder drin war. Spontanität, Planungslosigkeit und Lust auf Abenteuer waren zwar auch in der Zeit zusammen mit Hamish meine stetigen Begleiter aber dennoch war ich gespannt und habe mich auch ein bisschen gefreut erstmal wieder alleine loszuziehen.

Gefühlt treffe ich, seitdem ich wieder alleine unterwegs bin, viel mehr Leute. Fremde trauen sich vielleicht eher auf ein allein reisendes Mädel mit Fahrrad zuzugehen, als auf ein Pärchen oder eine Gruppe. Wie schon in vielen anderen Ländern fahre ich nun auch in Thailand fast jeden Tag morgens los, ohne zu wissen, in welcher Art von Unterkunft ich die Nacht verbringen werde. Ich versuche vorher bei Google Maps zu schauen, wo eventuell Möglichkeiten sind zu übernachten. Jeder Tag ist anders, abhängig davon, wie man sich fühlt, wie heiß oder windig es ist, wie viele Hügel man hoch fährt, wie lange man Mittagsschlaf macht oder was für Menschen man trifft. Ich lasse es auf auf mich zukommen und gucke, wann ich keine Lust mehr habe und anhalten will. Natürlich klappt es nicht immer perfekt und wenn man nichts geeignetes findet, muss man ab und zu auch einfach mal länger radeln als man möchte. Doch wie heißt es so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt. Irgendwo taucht immer etwas auf und das meistens genau im richtigen Moment. Die letzten Wochen habe ich also statt in Hotels größtenteils in verschiedenen Polizeistation, einem Community Education Center oder in Tempeln geschlafen.

Die Leute sind unglaublich hilfsbereit. Wenn ich frage, ob sie Englisch sprechen, verstehen sie zwar vielleicht die Vokabel ´english´, mehr aber oft nicht. Es ist dann aber manchmal vorgekommen, dass sie mit dem Handy jemanden im Bekanntenkreis anrufen, der/die Englisch versteht und unser Gespräch dann mit ständigem Hin-und herreichen des Handys verläuft. Aber auch das klappt!:)

Von Hat Yai bin ich Richtung Süd-Westen gefahren und dann zum etwas nördlich gelegenen Trang. Leider hatte ich wohl etwas falschen gegessen, sodass aus einer Nacht Aufenthalt im Hotel in Trang drei Nächte wurden und ich fast zwei Tage auf Grund von Appetitlosigkeit und Magenschmerzen nichts gegessen habe. Zwischenzeitig dachte ich, dass ich Malaria haben könnte, was ich aber glücklicherweise relativ schnell wieder ausschließen konnte. Noch ziemlich schlapp ging es am … weiter Richtung Krabi. Es war meine erste Stadt in Thailand mit deutlich mehr Touristen. Viele Leute planen dort einen Aufenthalt, weil es Ausgangspunkt für die Überfahrt zu einer der vielen Inseln ist. Ich hatte beschlossen keine der Inseln zu besuchen, weil es erstens mit dem Rad immer ein bisschen komplizierter ist solche Nebentrips zu machen und mir beim Nichts-tun auf einer „einsamen“ Insel schnell langweilig werden würde. Zudem verging mir relativ schnell die Lust darauf, als ich gesehen habe, was für Menschenmassen Boote zu Inseln und einsamen Stränden nahmen. Es gibt doch so viele andere schöne Plätzchen…
An meinem freien Tag in Krabi bin ich zum Tiger Temple geradelt und habe mal wieder einen Berg bestiegen. Ich liebe Berge und die Aussicht von oben einfach. Wie zuvor in Phatthalung hatte ich auch dieses Berg den Tag zuvor beim Vorbeiradeln gesehen. Es waren wieder viele Treppen, es war schweißtreibend, die Affen waren frech aber die Aussicht war top. Bei Recherche am Nachmittag hatte ich schnell noch einen weiteren Berg gefunden, den ich ebenfalls erklimmen wollte. Gesagt, getan, bin ich am nächsten Morgen um 5:30 Uhr gestartet und bin die 35km zum Startpunkt gefahren. Mein beladenes Fahrrad konnte ich bei einem der Resorts in der Nähe parken und bin zur 3-stündigen Wanderung aufgebrochen. Ich habe mich mehr als zwei Stunden am Gipfel aufgehalten (mich hetzt ja schließlich keiner), habe die atemberaubende Aussicht genossen und mich mit ein paar Leuten unterhalten. Wieder unten angekommen ging es zurück aufs Rad. Das kalte Bier hatte ich mir abends redlich verdient (Prost, auf meinen Opi, der an dem Tag 80 geworden ist!!!). Um Abendessen zu finden, musste ich jedoch ein bisschen herumradeln und suchen. Ich habe nicht eingesehen den, für deutsche Verhältnisse zwar immer noch günstigen, für thailändische Verhältnisse jedoch unverschämten Preis für die Gerichte zu zahlen. Abseits der zwei sehr touristischen Straßen in Strandnähe, habe ich aber zum Glück einen Straßenimbiss gefunden, wie man ihn kennt und einen normalen Preis für mein sehr gutes Abendessen bezahlt.

Die Gegend insgesamt um Krabi herum ist landschaftlich super schön und interessant, da sie durch etliche steil herausragende Kalksteinhügel geprägt ist. Jeder dieser Hügel/Berge ist anders geformt und nicht selten kann man blanke Felswände und kleine Höhlen entdecken. Die Straße, auf der ich mit dem Fahrrad gefahren bin, schlängelt sich so hindurch, was zur ewigflachen Ostküste eine willkommene Abwechslung war.

In einen meiner vorherigen Einträge hatte ich ja schon mal über das Verkehrsverhalten in Thailand berichtet. Alles ist erlaubt, man guckt sich von den Einheimischen Sachen ab und passt sich an. Bislang hatte sich noch kein Moped- oder Autofahrer aufgeregt, wenn man irgendwas so gemacht hat, wie es die meisten Leute hier machen. Jeder scheint ziemlich gelassen zu sein. Lustig war es also, als ich den einen Morgen von einem vorbeifahrendem Radfahrer (Nationalität tippe ich auf Deutsch) mit „[…] blöde Kuh!“ beschimpft wurde. Ich hatte Frühstück und Snacks gekauft und bin gerade auf ´thailändische Art´ wieder los gefahren, als er vorbeikam. Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen, was er schon nicht mehr gehört hat… jaja, die deutsche Ungelassenheit :D

In den letzten zwei Wochen habe ich ausnahmsweise aber auch mal zwei nicht ganz so gute Erfahrungen gemacht. Den einen Tag hat mich ein Typ auf seinem Moped für etwa eine halbe Stunde verfolgt, was sich letztendlich wie ein Katz- und Maus Spiel angefühlt hat. Er hatte wohl Spaß daran mich beim Vorbeifahren am Hintern zu begrabschen, hat sich in Seitenstraßen „versteckt“, damit ich vorbeifahre oder hat Abkürzungen genommen. Es ist kein so ganz berauschendes Gefühl und ich war froh, als ich ihn irgendwann abgewimmelt hatte. Einen anderen Tag, als ich in einem Tempel übernachtet habe, war einer der Mönche ein bisschen zu freundlich. Ich war froh, dass ich meinen Raum von innen verschließen konnte und war morgens vor Sonnenaufgang wieder auf dem Rad. Ich hoffe, dass solche Erfahrungen weiterhin eine Seltenheit bleiben. Ausschließen kann ich sie bei der Art, wie ich reise wahrscheinlich nicht, aber bislang war alles gut und ich möchte mich durch zwei Vorkommnisse auch nicht abschrecken lassen.
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After I had joined Hamish cycling to the airport and said goodbye, I started cycling by myself again the next day. I was sad that he was no longer there. It is awesome to have found a boyfriend and at the same time a travel partner who is almost as crazy as I am and who is fine with my way of travelling: simple, cheap and by bicycle. I hope he can join me again later, maybe for another small part of my long journey. I miss to share experiences with him and talk about things. It was nice to have someone there… especially someone who had been in Asia before. Hamish could show me some stuff I should try and taste and explain some things. Of course it is also great to be able to order different and multiple dishes with the two of us;) If I didn´t like something or it was too spicy for me than Hamish could just eat it. I have traveled by myself now for over 1,5 years though in which I also developed a kind of travel routine or travel rhythm. I quickly got back into that in Asia. Spontaneity, a lack of planning and desire for adventure are my constant companions, also during my time with Hamish. But I still was curious and quite happy to head off on my own again for a little while.

It seems like I´m meeting more people since I am traveling alone again. Strangers might be more comfortable talking to a single girl with a bicycle than to a couple or a group. As in most of the other countries I travelled in, I also started in Thailand to begin cycling in the morning without knowing where and in which kind of accommodation I will spend the night. I usually try to have a look on Google Maps to see whats coming up. Every day is different, depending on how you feel, how hot or windy it is, how many hills you climb, how long your nap is during the day or which  people you meet. I prefer to just go and stop whenever I don´t feel like cycling anymore. Of course, it does not always work perfectly and if you don´t find something suitable to stay, you might need to cycle a little bit further. But as you say: hope dies last. Somewhere there is always appearing something and mostly just at the right moment. The last weeks I mostly spent the night in different police stations, a community education center or temples rather than hotels.

The people are incredibly helpful. When I ask if they speak English, they may understand the vocabulary ‘english’, but often thats about it. Though sometimes it happened that they would call a friend or a relative who could speak english. We then ended up passing the phone back and forth so that we could have a small conversation. It works!

From Hat Yai I headed south-west and then up north towards Trang. Unfortunately, I had probably eaten something wrong. Instead of staying one night I ended up staying three nights in the hotel in Trang. I didn´t eat anything for almost two days due to a lack of appetite and a sore stomach. In the meantime, I thought I could have malaria, but luckily I could reject that relatively quickly. Still pretty limp I continued on … towards Krabi. It was my first city in Thailand with much more tourists. Many people are staying there for a few days because they are going to take a boat to one of the many popular islands. I had decided not to visit any of the islands. It is always a little bit more complicated to make this kind of side trips when you have the bicycle and I think I would quickly get bored on a “lonely” island. I also didn´t feel the urge to go anymore when I saw how many (hundreds) people walk along the beach to get a boat. There are so many other nice places …
On my day off in Krabi I cycled to the Tiger Temple and once again climbed up a mountain. I just love mountains and the view from the top. I had seen this mountain the day before when I was cycling past, like I did with the one in Phatthalung. There were again lots of stairs to climb, it was hard work in the heat and the monkeys were pretty cheeky. But the views from the summit were amazing. When I was doing some research in the afternoon I quickly found another mountain, which I also wanted to climb. A word and a blow I started very early around 5:30 o´clock the next morning to cycle 35km to the trailhead for the hike. Luckily I could store my packed bike safely at one of the resorts nearby and I set off to do the 3-hour hike. I spent more than two hours at the summit ( I´m not in a hurry right;) ), enjoyed the breathtaking view and chatted to some other people. Once I was back down again I went back on my bicycle. I definitely deserved the cold beer I had in the evening after a long day. (Cheers to my grandpa, whos 80th birthday was that day!!!). To find dinner though I had to cycle around for a little bit. The prices of the places selling food in the touristic area along the beach were still cheap if you compare them with german prices but for Thailand they were just ridiculous. In the end away from that area I found the kind of food stands I knew. I had good dinner and payed a normal price.

The area around Krabi is very scenic and interesting. It is a so called karst landscape which is characterized by several steep limestone hills. Each of these hills or mountains is shaped differently and often you can see some bare rock faces and small caves. The road I was cycling on was winding through those hills which was a welcome change to the flat roads on the east coast.

In one of my previous entries, I had written about the traffic behavior in Thailand. Everything is allowed, you kind of watch the locals and adjust yourself. So far, no moped rider or car driver had got upset when I did something the same way most of the people do it here. Everyone seems quite relaxed. So it was funny when I got yelled at by a cyclist one morning (nationality I guess German) with “[…] blöde Kuh (stupid cow)!”. I had bought breakfast and snacks and I just got back on the road in ‘Thai style’ as locals do it. Thats when this guy passed me. I laughed, he didn´t hear it anymore … well, seems like the Germans just don´t have the thai composure.  :D

In the past two weeks, I unfortunately and exceptionally also had two not very good experiences. One day, a guy on a moped followed me for about half an hour, which kind of felt like a cat-and-mouse game. He seemed to enjoy bothering me and grabed my bump while he was riding past, he was “hiding” in side streets until I went past or he took shortcuts. It is not a very comfortable and good feeling and I was glad when I finally fobbed him off. Another day, when I stayed in a temple, one of the monks was a little bit too friendly. I was glad that I could lock my room from the inside and I left very early before the sunrise the next morning. I hope that this kind of experiences will continue to be a rarity. I probably can´t except it completely the way I´m travelling but so far everything was good and I don´t want to be deterred by those two incidents.

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Last little loop with my beloved travel buddy

Von Songkhla war unsere Route noch nicht wirklich sicher. Hamishs Flug war von Hat Yai gebucht, was nur 25 km von Songkhla entfernt ist und wir hatten noch 7 Tage. Eine Option wäre gewesen unabhängig davon Richtung Norden zu fahren, von wo aus Hamish dann einfach einen Bus zurück nach Hat Yai genommen hätte. Wir haben uns allerdings dazu entschieden eine kleine Rundtour zu machen, die in Hat Yai enden sollte, sodass wir uns gemeinsam noch ein bisschen die größte Stadt hier im Süden angucken konnten.

Nach einem langen Tag auf dem Drahtesel hatten wir abends (24.8.2017) schon Phatthalung erreicht, wo wir bei unserem zweiten Warmshowerhost in Asien übernachtet haben. Am nächsten Tag, unserem freien Tag dort haben wir ein paar kleine Märkte besucht und ich hatte meine erste Thai Massage. Unser Host und eine Freundin von ihm hatten uns empfohlen zur Massage ins Krankenhaus zu gehen. Es würde dort einen separaten Bereich für verschiedene Massagen geben und es sei günstig. Auch wenn es uns komisch vorkam, haben wir uns also auf den Weg zum Krankenhaus gemacht. 1 Stunde Thai Massage kostete 150 THB (3,80€). Hinzu kamen, wie sich erst im Nachhinein herausstellte 50 THB (1,20€) für die Registrierung im Krankenhaus, die jeder machen muss. Davon hatte uns vorher niemand etwas gesagt. Dennoch war es super günstig und immerhin haben wir jetzt ein kleines Kärtchen vom Krankenhaus mit unserem Namen drauf. Die Massage selbst war gut und schmerzhaft zugleich. Aus irgendeinem Grund schien die Dame zu wissen, dass meine Beinmuskeln am härtesten arbeiten und sie hat sich sehr auf den Bereich konzentriert. Autsch.

Am Nachmittag sind wir noch auf den Khao Ok Talu Mountain gegangen. Ich hatte den Berg am Tag zuvor gesehen, als wir nach Phatthalung rein gefahren sind und dachte mir, da will ich rauf. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass es fast bis ganz oben Treppen gibt. Nur das letzte Stück bin ich alleine etwas waghalsig zum Gipfel geklettert, was sich auf jeden Fall gelohnt hatte, die Aussicht war atemberaubend. Abends gab es dann als kleine Belohnung meinen ersten Mango sticky Rice. Yummi!

Den nächsten Tag sind wir dann nördlich vom Thale Sap (dem östlich von Phatthalung gelegenen riesigen See) zurück zur Ostküste geradelt, um wieder Richtung Songkhla zu gelangen. Durch Zufall sind wir am späten Nachmittag auf einem kleinen Markt auf einem Tempelgelände gelandet, wo eine Dame, Utai in der kleinen Bücherei dort ein wenig Englisch sprach. Sie bat uns an, dass wir in dem kleinen Raum der Bücherei übernachten könnten, was wir dankend angenommen haben. Utai hat uns zudem mit Abendessen und Frühstück am nächsten Morgen versorgt und mir die Aussprache der Zahlen in Thai beigebracht. Eine erste sehr gute Erfahrung in einem Buddhistischen Tempel.

Nach der nächsten Nacht in Songkhla sind wir am 28.8.2017 dann zu unserer letzten gemeinsamen Radetappe nach Hat Yai aufgebrochen. Leider mussten wir größtenteils auf einer vierspurigen Schnellstraße fahren, wobei es starker Regen nicht gerade angenehmer gemacht hat. Wenigstens ist es jedoch warm genug und alles trocknet super schnell wieder. Nachdem wir uns beim Food Curt der Universität (viel Auswahl und sehr günstig) gestärkt hatten, haben wir Hat Yai ein bisschen erkundet. Genauso wie schon in Songkhla waren wir auch dort als weiße Touristen auf Fahrrädern nicht mehr die größte Attraktion, wodurch man sich ein bisschen anonymer gefühlt hat. Neben der Stadt selbst haben wir drei riesige Supermärkte erkundet. Einer davon war Metro- oder Cosco ähnlich, wo es einfach alles und das in riesigen Mengen gab. Wir hatten so unseren Spaß und es war interessant zu sehen, wo die ganzen kleinen Kioskinhaber ihre Ware her bekommen. Zudem ist es immer ganz nett für eine kurze Zeit in klimatisierten Räumen zu sein.
In Hat Yai habe ich  auch endlich mal meine ganzen Klamotten anständig in einer Waschmaschine gewaschen. Den letzten Monat über wurde das zwischendurch immer mal per Hand erledigt. So genau nehmen muss man es ja nicht, schließlich schwitzt man den nächsten Tag ja sowieso gleich wieder;)

Am Mittwochabend (30.8.2017) hieß es dann auf zum Flughafen. Fast drei Monate hatten Hamish und ich nun zusammen verbracht, den letzten Monat davon auf dem Rad zusammen in Asien. Der Abschied fiel daher schon ein bisschen schwer, insbesondere weil wir noch nicht genau wissen, wann wir uns wieder sehen. Bis es soweit ist, geht es für mich erstmal wieder alleine weiter. 5 Monate habe ich noch bis ich wieder zurück zur Arbeit muss.
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After reaching Songkhla our route wasn´t really planned. Hamish’s flight was booked from Hat Yai, which is only 25 km from Songkhla and we had 7 days left. One option would have had been to travel northwards and Hamish would have had taken a bus back to Hat Yai. But we decided, however, to do a small round trip. We planned to end in Hat Yai, so that we could have a look at the largest city in the South together.

After a long day on the bike we had reached Phatthalung in the evening (24.8.2017), where we stayed with our second Warmshowerhost in Asia. The next day, which was our day off, we visited a few small markets and I had my first Thai massage. Our host and one of his friends had recommended us to go to the hospital for the massage. They have a separate area for different massages and it is cheap. Even though it felt weird going to the hospital to get a massage, we went in the early afternoon. One hour Thai massage costs 150 THB (€ 3.80). Additional to that we needed to pay 50 THB (€ 1.20) for the hospital registration, which every new partient has to pay. No one had told us that beforehand though. Nevertheless it was super cheap and after all we have a small card from the hospital with our name on it. The massage itself was good and painful at the same time. For some reason the lady seemed to know that the muscles in my legs work hardest. She seemed very focused on that area. Ouch.

In the afternoon we went to Khao Ok Talu Mountain. I had seen the mountain the day before when we were riding into Phatthalung and thought to myself, I want to get up there. Fortunately, it turned out that there are stairs going up almost all the way to the top. Only the last little bit to the summit was climbing straight up on some rocks. I did that part by myself and it was definitely worth it, the view was breathtaking. In the evening I got my little reward on a night market- my first Mango sticky rice. Yummi!

The next day we carried on cycling north of Thale Sap (the giant lake east of Phatthalung) back to the east coast to get back to Songkhla. We happended to stopp at a small market close to a temple in the afternoon. Utai, the lady who was working in the small library there spoke some English. She offered us that we could stay in the small room of the library for the night. That sounded great and we accepted her offer with gratitude. Utai also bought us some dinner and breakfast the next morning and helped me to learn the pronunciation of the numbers in Thai. It was a very good first experience in a Buddhist temple.

After the next night in Songkhla, on 28.8.2017 we headed off to our last ride together to Hat Yai. Unfortunately we needed to cycle on a four-lane expressway for most of the way. Lots of rain didn´t really make it more pleasant. At least, however, it is warm enough and everything dries super quick. After we had some lunch at the University’s Food Curt (lots of choices and very cheap), we explored Hat Yai for a bit. Just like in Songkhla, we were no longer the biggest attraction, as white tourists on bicycles, which made you feel a bit more anonymous. Additional to the city we also explored three huge supermarkets. One of them was similar to Metro- or Cosco, where you can get simply everything and in huge quantities. We had a lot of fun and it was interesting to see, where all the small kiosk owners get their supplies. As well, it is always nice to be in rooms with air conditioning for a while.

In Hat Yai I finally managed to wash all my clothes properly in a washing machine. The last month I had only done it by hand. In the end you are going to sweat again the next day anyway so I couldn´t care less;)

On Wednesday evening (30.8.2017) we went to the airport. Hamish and I had almost spend three months together now, the last month cycling together in Asia. So saying goodbye was quite hard and sad, especially because we don´t know yet when we are going to see each other again. Until then I will continue my adventure by myself again. I still have 5 months left until I need to get back to work.

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Cycling through a conflict zone- South Thailand

Kurz nachdem Hamish und ich in Auckland unseren Plan geschmiedet und die Flüge gebucht hatten, haben wir realisiert, dass wir durch eine Gegend fahren wollen, in der schon seit 2004 ein Konlikt herrscht. Auf der Internetseite des auswärtigen Amts wird immer noch davon abgeraten, die südlichsten Gebiete Thailands zu bereisen. Wir haben daraufhin viel im Internet gelesen, ein paar Blogs von anderen Touring Radfahrern durchstöbert und beschlossen, wie geplant Richtung Norden durch genau diese Region zu radeln und aufs Beste zu hoffen.

Unser letzter Stopp in Malaysia war Kota Bharu. Sehr bekannt sind dort der Central Market und der Night Market. Der Central Market war ein Highlight. Auch wenn es nicht der größte Market war, den ich bislang besucht habe, herrschte dort doch eine sehr besondere Atmosphäre. In der oberen Etage war neben Verkaufsständen der Food Court mit etlichen verschieden Gerichten und Snacks zum Probieren. Von dort konnte man auch in der Mitte des Gebäudes von oben das Geschehen bei den  Marktständen beobachten; eine Vielfalt an Farben, Gerüchen, Geräuschen und Geschehen.

Am 18.8. ging es dann die letzten paar Kilometer nach Thailand. Da wir noch einige malaysische Ringgit über hatten, die wir aufbrauchen wollten, gab es den Morgen ein riesen Frühstück, Cendol (eine Art Dessert Drink), ein Coconut Shake und Mittagessen innerhalb von wenigen Stunden. Das Gute ist, dass man kein allzu schlechtes Gewissen haben muss, weil man ja beim Radeln auch wieder ein paar Kalorien verbrennt.

Der Grenzübergang und die Kontrollen waren genauso unproblematisch und schnell, wie von Singapur nach Malaysia. Auch wenn es eigentlich nur die andere Seite vom Fluss war, über den wir die kleine Fähre genommen hatten, hat man relativ schnell gemerkt, dass man in Thailand ist. Plötzlich konnte man so gut wie kein Straßenschild, keine Plakate, Werbung oder Menü mehr lesen. Das Bestellen von Essen wurde dadurch deutlich erschwert, denn viele Leute, insbesondere in dem nicht touristischen Süd-Osten Thailands sprechen kein Englisch. Wenn nicht gerade jemand etwas bei dem Essensstand isst, wo man anhält, und man auf das Gericht zeigen kann, muss man auf Zutaten deuten, versuchen zu zeigen, dass man eine Portion von was auch immer haben möchte oder aufgeben und weiterziehen. Das thailändische Essen ist köstlich:) Es gibt viele Currys, Gemüse, Pad Thai und mein neuer Favourit grüner Papaya Salat. Da ich mich immer noch im “Schärfetraining” befinde, ist es manchmal schwer sich auf den Geschmack und nicht auf die Schärfe zu konzentrieren. Aber ich bin mir sicher, dass ich nach 2 Monaten hier in Thailand keine Probleme mehr haben werde.

Obwohl der Süden Thailands inklusive all der Orte, die wir passiert haben (Narathiwat, Pattani und Songkhla) wie erwähnt auch derzeit noch eine Konfliktzone ist, haben wir uns zu keinen Moment unsicher gefühlt. Man bekommt als weißer Tourist, insbesondere mit den Fahrrädern noch viel mehr Aufmerksamkeit als sonst, aber die Leute sind freundlich und schienen sehr aufgeregt gewesen zu sein, wenn sie uns gesehen haben. Eine Besonderheit auf der Strecke waren die etlichen, wie wir sie nannten, Checkpoints, die man passieren musste. Sie bestehen aus einer Art Aufbauten auf der Straße, die eine Verlangsamung des Verkehrs verursachen. Meistens wird auf eine Bahn reduziert und schwer bewaffnete Polizisten nehmen die Autos und Leute beim Vorbeifahren kurz in Augenschein. Richtig anhalten musste man nicht. Zusätzlich waren Kameras aufgebaut, sodass jedes passierende Fahrzeug gefilmt wurde. Den einen Tag haben wir 17 “Checkpoints” gezählt durch die wir gefahren sind.

Nach zwei langen Tagen über 100km haben wir in Songkhla zwei Tage Pause gemacht. Wir haben die Stadt erkundet, ich bin auf den Tangkuan Hill gegangen, auf dem ich so viele Affen wie noch nie zuvor auf einem Fleck gesehen habe und wir haben natürlich viel verschiedes lokales Essen probiert. Zudem war ich in meinem ersten großen Thailändischen Supermarkt. Supermärkte sind hier in Thailand seltener zu finden als in Malaysia, somit war selbst das ein ganz interessanter Trip. Zu meinem Bedauern musste ich feststellen, dass sich der Preis für Peanutbutter hier verdreifacht hatte :(

Am 24.8.2017 ging es weiter nach Phatthalung. 6 Tage noch bis Hamish wieder zurück nach Neuseeland fliegt.
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Hamish and I had planned our route and had booked our flights to Asia while we were still in Auckland. Just shortly afterwards we realized that we were planning to cycle through a region in which there had been a conflict since 2004. On the website of the Ministry of Foreign Affaires they still recommend to not travel to the southernmost regions of Thailand. We did some research in the Internet, read some blogs of other touring cyclists and decided that we will however cycle northwards through exactly this region hoping for the best:)

Our last stop in Malaysia was Kota Bharu. Very well known are the Central Market and the Night Market. The Central Market was my little highlight. Although it was not the biggest market I have visited so far, it seemed like there was a very special atmosphere. On the upper floor in the builing  was the food court with several different dishes and snacks to try. From that level you could also observe the market in the center of the building from above; a variety of colors, smells, sounds and events.

On August 18 we cycled the last few kilometers to Thailand. Since we had some Malaysian Ringgit left which we wanted to get rid of, we had a huge breakfast, Cendol (a kind of dessert drink), a coconut shake and lunch within a few hours. The good thing is that you don´t have to worry that much about calories cause you´re burning it off again anyway.

The border crossing was as easy and fast as the one from Singapore to Malaysia. Even though it was only the other side of the river, where we had taken the small ferry across, you realised pretty soon that you are in Thailand. Suddenly you could read almost no road sign, no posters, advertising or menu anymore. Ordering food was much more difficult this way because many people, especially in the non-touristic South-East of Thailand, do not speak any English. If there is no one eating at the food stand you are stopping at and you can´t point at someones dish, you need to try pointing at ingredients or try to show that you want to have a portion of whatever they serve. The other option is to give up and move on. The Thai food is delicious :) There are lots of currys, vegetables, pad thai and my new favorite green papaya salad. Since I am still in my ´spice training´, it is sometimes difficult to focus on the taste more than the spicyness. But I am sure that by the end of my stay in Thailand I won´t have any trouble any more.

Although the southern part of Thailand, including all the places we passed (Narathiwat, Pattani and Songkhla) is as metioned still a conflict zone, we never felt unsafe. As a white tourist you get more attention as usual, especially on bicycles. But the people are friendly and seem to be very excited when they saw us. One thing which was special and new for me in that area were the checkpoint, as we called them, which we had to pass. It is a construction on the road, which causes the traffic to slow down. Mostly, it gets reduced to one lane and heavily armed police officers check the cars and the people briefly while they are passing. You didn´t need to stop though. Additional there were cameras built up so that each passing vehicle was filmed. One day we counted 17 “checkpoints” we passed.

After two long days of over 100km, we had two days off in Songkhla. We explored the city and of course we tried a lot of different local food. I went up Tangkuan Hill where there were as many monkeys as I´ve never seen before in a spot. I also went to my first big Thai supermarket. Supermarkets are more rare in Thailand than in Malaysia, so that even this trip was quite interesting. To my regret, I found out that the price for Peanutbutter had tripled here:(

On 24.8.2017 we carried on to Phatthalung. 6 days left until Hamish flies back to New Zealand.

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The sound of the mosques and a total of 20.000km

Ich bin schon lange nicht mehr für eine so lange Zeit auf einer Straße gewesen, die so flach ist, wie die entlang der Ostküste Malaysias. Nur die ersten zwei Tage in Malaysia, als wir durch die vielen Palmölplantagen gefahren sind, hatten wir die altbekannten ´rolling hills´. Die restliche Zeit war die Straße flach.

Wir haben oft versucht, die verkehrsärmeren Nebenstraßen zu nehmen. Aber auch wenn wir auf die „Hauptstraße“ ausweichen mussten, waren die Autofahrer zu 95% sehr rücksichtsvoll. Aufpassen musste man nur, wenn einem plötzlich auf seiner Seite auf dem Seitenstreifen ein Moped entgegengesetzt der Fahrtrichtung entgegen kam. Viele Leute machen das, um von einer abgehenden Seitenstraße zur nächsten zu gelangen, ohne zweimal die gesamte verkehrsreiche Straße, inklusive einer bordsteinähnlichen ziemlich hohen Mittelbarriere überqueren zu müssen. (Das ist nur eine Vermutung) Da wir in Asien sind und alles erlaubt zu sein scheint, passen wir uns natürlich an und verhalten uns dementsprechend genauso regelfrei im Straßenverkehr. Manchmal erscheint das ganz praktisch.

Die Staatsreligion in Malaysia ist der Islam. Eine Sache, die einem daher in dem Land auffällt, sind die Moscheen. Egal wo man sich im befindet, man scheint immer in der Nähe einer Moschee zu sein. Ganz nach dem Motto, wenn man sie nicht sieht, dann hört man sie. Während meiner Zeit in Malaysia habe ich mich total an den Gebetsgesang gewöhnt. Mehrmals am Tag hört man ihn aus der Ferne oder ganz aus der Nähe. Früh am Morgen war es der Klang, zu dem man aufgewacht ist.

Mit dem Rad durch Malaysia zu fahren, war insgesamt eine sehr gute Erfahrung. Die Menschen hier waren freundlich und hilfsbereit. Man hat gemerkt, dass in vielen Gegenden, gerade in den kleinen Dörfern, durch die wir auf schmalen Nebenstraßen gefahren sind, Touristen nicht das Alltägliche sind. Leute scheinen aufgeregt zu sein und sich zu freuen, jeder grüßt einen freundlich und ein paar Leute wollten sogar ein Foto mit uns. Einmal hat uns ein Auto auf der Schnellstraße überholt und ist in einiger Entfernung auf den Seitenstreifen gefahren. Als wir dann an ihm vorbeigefahren sind, wurden wir mit dem Handy aus dem Fenster gefilmt, solange bis der Fahrer uns dann nochmals überholt hatte und wir freundlich gewunken haben. Wir sind schon eine Rarität;)

16 Tage, inklusive Pausentage haben wir gebraucht, um von Singapur nach Kota Bharu, der nördlichsten Stadt an der Ostküste Malaysias zu fahren. Die Zeit scheint nur so geflogen zu sein. Gerade hatte man sich an Gegebenheiten, Preise oder ein paar Vokabeln gewöhnt und wusste sich zurecht zu finden, da war man auch schon am anderen Ende von Malaysia.

Ein kleines Highlight, insbesondere auf meine gesamte Reise bezogen, war, dass ich nach etwas mehr als 1,5 Jahren auf meinem Fahrrad in Malaysia nun endlich die Gesamtkilometerzahl von 20.000km erreicht habe.


It is a long time ago since I have been on a road as flat as the one along the east coast of Malaysia. Only the first two days while cycling through the palm oil plantations in the south of Malaysia, we were facing the well-known ‘rolling hills’. North from there the road were as flat as a pancake. We were often able to find small backroads with not much traffic on. But even if we needed to go back on the main road, 95% of the drivers were very considerate. You just had to be careful when suddenly a motorcycle sped towards you on the shoulder on the wrong side of the road. I guess many people are doing this to get from one small side road to another without having to cross the entire busy street twice, including a fairly high middle barrier. Since we are in Asia and everything seems to be allowed on the roads, we of course adjust ourselves and try to act like there are traffic rules. Sometimes it seems quite convenient.

The state religion in Malaysia is the Islam. One thing that strikes you in this country are the mosques. No matter where you are, you always seem to be near a mosque. If you can´t see them, you can at least hear them. During my time in Malaysia, I got used to the prayer call. Several times during the day you can hear it from a distance or from nearby. Early in the morning it was the sound you woke up to.

In total cycling through Malaysia was a very good experience. The people here were friendly and helpful. We noticed that in many areas, especially in the small villages we cycled through on narrow side streets, tourists are not part of the everyday life. People seem to be excited and happy, everyone says hello and a few people even wanted a photo with us. Once there was a car stopping further ahead on the side of the highway after overtaking us. When we cycled past, I saw that he was filming us with his phone out of the window. He passed us a second time still filming and we friendly waved at him. We are a real rarity;)

Cycling from Singapore to Kota Bharu which is the northermost city on the east coast of Malaysia took 16 days including a few days off. It seemed like the time flew by so fast. I just started to grow accustomed to culture, prices and some vocabulary, as well as finding my way around. But suddenly we had already reached the other end of Malaysia.

A small highlight, especially referred to my entire trip, was the fact that after a little more than 1.5 years on my bicycle, I finally reached the total mileage of 20,000km in Malaysia.

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Little Brompton gives up

Wie in meinem vorherigen Blogeintrag erwähnt, ist es ziemlich heiß hier und das Klima ist tropisch und schwül. Wir haben uns also angewöhnt, wie ich es schon “damals” in Costa Rica gemacht hatte, früh zu starten und die Mittagshitze zu vermeiden. So sind wir morgens vor der Sonne und allen anderen auf der Straße, was ziemlich angenehm ist und können guten Gewissens gegen 9/ 10 Uhr für eine Weile stoppen, wenn es zu warm wird.

Malaysia ist ein ziemlich günstiges Land zum Reisen. Die Gesamtkosten von 25$AUS, die ich in Australien für die gesamten drei Monate für Übernachtungen ausgegeben habe, kann ich dennoch nicht toppen. Da es hier in der Hitze nach einem schweißtreibenden Tag auf dem Rad nicht sehr angenehm ist zu zelten, haben wir bislang nachts ein Zimmer genommen. Die Preisspanne dafür liegt bis jetzt zwischen 7€ und 15€ pro Nacht für uns Beide zusammen, größtenteils für ein Zimmer mit Bad und Klimaanlage. Um die Energiereserven wieder aufzufüllen stoppen wir meistens 3 mal am Tag in einen der vielen kleinen Restaurants am Straßenrand. Dort geben wir im Durchschnitt 2-3 € für Essen +Getränk für uns Beide aus. Für mich ist es auf dieser Reise eine ganz neue Erfahrung nicht zu kochen und keinen Haferschleim zum Frühstück zu haben. Manchmal ist es sogar ziemlich schwer, wenn man hungrig und erschöpft vor dem riesen Menü steht, was man anfangs nur halbwegs lesen konnte und entscheiden soll, was man essen möchte. Zum Frühstück ist das malaysische Brot, Roti Canai genannt, sehr lecker. Es wird aus Wasser, Mehl, Öl und Salz hergestellt, sieht aus wie ein Pfannkuchen und man bekommt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Es wird beispielsweise mit Ei, Banane, Sardinen, süß oder ohne alles gebraten. Serviert wird es mit es mit Dahl (indischer Soße aus Linsen hergestellt) oder mit der Soße von einem Curry.

Schon den ersten Tag, nachdem wir die Grenze überquert hatten, schwächelte Hamishs Fahrrad leider ein bisschen. Hamish hatte sich entschieden sein faltbares Brompton Fahrrad mitzunehmen, falls er auf Grund seines Fußes auf den Bus umsteigen muss. Er war schon vorher einmal damit getourt, als das Rad noch etwas jünger war. Diesmal schien es nach und nach den Geist aufzugeben.
Tag 1: Eine Speiche hinten gebrochen
Tag 2: Eine Speiche vorne, eine Speiche hinten gebrochen
Tag 3: Pausentag, beim Speichen einstellen, eine Speiche vorne gebrochen
Somit waren die mitgebrachten Ersatzspeichen aufgebraucht. Am Tag 4 haben wir Fahrräder getauscht, da ich ein paar Kilo leichter bin und es die Speichen vielleicht ein bisschen entlasten würde. Als wir nach 50km zum Frühstück gestoppt haben, sind plötzlich ohne, dass auch nur einer auf dem Rad saß, zwei Speichen hinten gebrochen. Game over. Ein Plan B musste her. Hamish ist mit dem Bus nach Kuantan, der nächst größere Stadt an der Ostküste gefahren und ich bin mit dem Fahrrad weiter. Nach meinem bislang längsten Tag auf meinem gesamten Trip (143km) bin ich schon am nächsten Tag ebenfalls in Kuantan angekommen. Nach etwas Hin-und Herüberlegen haben wir am Montag dann einen Tagesausflug mit dem Bus nach Kuala Lumpur, der an der Westküste gelegenen Hauptstadt,  gemacht. Hamish hat ein neues Fahrrad gekauft und sein altes nach Hause geschickt. Am Dienstag ging es also weiter, Hamish auf seinem neuen, pinken, vielleicht auch lila farbenden Brompton(es war im Angebot).
Wir sind bis Chareting gefahren, wo mich dann endgültig eine dicke Erkältung eingeholt hat. Wir haben daraufhin in dem kleinen Ort zweieinhalb Tage Pause gemacht, bevor es Freitag noch ziemlich verschnupft weiter ging. Ich kann einfach nicht still sitzen.


As mentioned in my previous blog entry, temperatures are pretty high here and the climate is tropical and muggy. To avoid the midday heat we aimed for an early start as I also did when I was in Costa Rica. This way we are on the road before the sunrise and any other traffic which is quite pleasant. As soon as it gets to hot around 9/10 am we can stop for a while and already have done a few kilometers.

Malaysia is a fairly inexpensive country to travel. The total cost of 25 AUS$  that I´ve spent on accommodation in Australia for the entire three months is hard to beat though. Since it is not very pleasant to camp in the heat after a sweaty day on the bike, we so far stayed in hotels every night. The price range is between 7 € and 15 € per night for both of us, mostly for a room with bathroom and air conditioning. To replenish our energy reserves, we usually stop three times a day at one of the many small restaurants along the road. There we spend an average of 2-3 € for food + drinks for both of us. For me it is a whole new experience on this trip not to cook and to not have my oatmeal in the morning for breakfast. Sometimes you are standing infront of a huge menu though which you can only read halfway through, beeing hungry and exhausted. Then it is quite hard to decide what you want to eat. For breakfast I really enjoy having the Malaysian bread, called Roti Canai. It is very delicious. It is made from water, flour, oil and salt, looks like a pancake and you get it in different variations. It is for example fried with eggs, banana, sardines or you can have it sweet or just plain. It is served with dahl (Indian sauce made out of lentils) or with sauce of a curry.

The first day, after we had crossed the border to Malaysia, Hamish unfortunately started to have some trouble with his bicycle. He had decided to take his foldable Brompton bicycle, so that he could easily take a bus in case he starts feeling pain in his foot. He has been touring with his Brompton before but that was a couple of years ago. This time it seemed like the little Brompton was giving up.
Day 1: One broken spoke in the backwheel
Day 2: One broken spoke in the frontwheel, one broken spoke in the backwheel
Day 3: Day off. While adjusting his spokes one spoke in the frontwheel broke
By now all the spare spokes he had brought along were exhausted. On day 4, we changed bicycles. I’m a few kilos lighter so we were hoping to maybe relieve the spokes a little bit. When we stopped for breakfast after 50km, two spokes suddenly broke even though at that moment none of us was actually sitting on the bike. Game over…time for a Plan B. Hamish took the bus to Kuantan, the next largest city on the east coast. I carried on by bicycle. After my longest day on my entire trip (143km) I already arrived the next day in Kuantan as well. On Monday after some research we made a day trip with the bus to Kuala Lumpur, the capital located on the west coast. Hamish bought a new bike and sent his old one home. This way we were back on the road on Tuesday, Hamish on his new, pink, maybe purple-colored Brompton (it was on special).

We cycled to Chareting, where I got a bad cold. It forced us to take a break for two and a half days in the small town. On Friday we finally continued, me still not feeling very well but I just can not sit still.

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Singapore- Gateway to Malaysia, my 11th country

Für alle Leute, die noch nie in Asien waren (wie ich), soll Singapur die „sanfte Art und Weise sein“, anzukommen. Es ist eine sehr moderne, saubere und entwickelte Stadt, in der man trotzdem Wohnviertel und Lebensweisen unterschiedlichster Art findet. Während unserer drei Tagen dort, haben wir versucht so viele Gegenden, wie möglich zu erkunden und uns an die extreme Hitze und Luftfeuchtigkeit zu gewöhnen.

Um vom Singapur nach Malaysia zu kommen, gibt es zwei Möglichkeiten. Man fährt entweder über die Brücke, die die beide Länder miteinander verbindet oder man nimmt ein Boot von der nördlichen Spitze Singapurs nach Malaysia. Wir haben uns für das Boot entschieden, was jedoch die Besonderheit hat, dass es zu keinen geregelten Zeiten abfährt. Sobald zwölf Leute am kleinen Fährenterminal erscheinen, geht es los. Wie hatten Glück, dass wir nach schon 1,5 Stunden mit nur 3 Leuten losgefahren sind. Normalerweise muss jemand die Kosten für die fehlenden Gäste übernehmen, wenn man eher ablegen möchte. Vielleicht hatte der Bootfahrer ja aber Feierabend oder eine Verabredung in Malaysia, wer weiß. Die Einreise in mein nun schon elftes Land war super einfach. Es wurde weder nach Einreisegrund, Dauer oder Adresse gefragt, geschweige denn wurde das Gepäck kontrolliert. So ging das ganze wenigstens schön flott.

Die Temperatur draußen hatte sich durch die 45-minütige Bootsfahrt nicht sonderlich geändert. In der prallen Mittagshitze haben wir also unsere ersten Kilometer in Malaysia zurückgelegt. Schnell aufgefallen ist, dass die südliche Ostküste Malaysias durch Palm-Öl Plantagen geprägt ist. Für etliche Kilometer sieht man einfach eine Palme nach der Anderen. Wenn man so vor sich hin fährt stellt man sich dann auf einmal die Frage, aus welchem Teil der Palme wohl das Öl gewonnen wird. Obwohl sich die Palmen auf den Feldern in der Größe unterschieden haben und wir zuerst vermutet haben, dass vielleicht der ganze Baum zur Gewinnung gefällt werden muss, lagen wir falsch. Es sind die Früchte, die geerntet werden und aus denen das Öl gewonnen wird.

Nach einem langen ersten Tag, glücklich, zurück auf dem beladenen Fahrrad, hat das Essen und erst recht meine künstlich aromatisierte Bananenmilch, die ich einfach kaufen musste, gleich doppelt so gut geschmeckt.


For all the people who haven’t been to Asia (like me), Singapore is supposed to be the “gentle way” to arrive. It is a very modern, clean and developed city, where you can still find a lot of different urban areas and different lifestyles. During our three days there, we tried to explore as many areas as possible and we also attempted to get used to the extreme heat and humidity.

There are two ways to get from Singapore to Malaysia. You can either go over the bridge which is connecting the two countries or you take a boat from the eastern tip of Singapore to Malaysia. We decided to take the boat even though it had the downside not having a fixed schedule – it leaves as soon as there are twelve people ready to leave at the small ferry terminal. We were lucky that we only had to wait 1.5 hours, departing with only 3 people. Normally, someone has to pay the costs for the missing passengers if you want to leave before there are 12 passengers. Perhaps it was the last ride for the captain that day or he had an appointment in Malaysia… who knows. The entry into my 11th country was super easy. The officer didn´t ask for the reason to enter Malaysia, nothing about how long we were going to stay or an intended address.. and our bags didn´t get checked either. So we sped through customs very quickly.

We started our cycled our first kilometers in the blazing Malaysian midday heat. We noticed soon that the southern east coast of Malaysia is dominated by palm oil plantations. For a kilometers on end you see palm tree after palm tree. While we were riding along we began to wonder from which part of the palm tree the oil is extracted. Because I saw quite a few fields with different sized palm trees along the way, I first guessed that perhaps the whole tree is felled for extraction. It turned out I was wrong. It is the fruit that is harvested and from which the oil is extracted.

After a first long day back on my loaded bicycle, the food, and even more so, my artificially-flavored banana milk, which I had to buy when I layed eyes on it, tasted twice as good.

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Kayaking with dolphins

Über 6 Wochen bin ich nun schon zurück in Auckland. Einerseits kommt es mir wie eine sehr lange Zeit vor, in der ich nicht wirklich viel gemacht habe und andererseits scheint es erst letzte Woche gewesen zu sein, dass ich von Hamish am Flughafen abgeholt worden bin. Die letzten zwei Wochen haben wir uns die Zeit mit Spaziergängen, Spieleabenden und Reiseplanung vertrieben. Ich hatte mir kurz nach meiner Operation ein paar Malsachen gekauft, sodass ich die vier Wochen, in denen ich sportlich durch den Heilungsprozess super eingeschränkt war, kreativ sinnvoll nutzen konnte. Ich habe mich außerdem ein bisschen um meine Ausrüstung gekümmert. Ich hatte blöderweise vor einiger Zeit meine Zahncreme in meinem Zelt vergessen, als ich es zusammen gepackt habe. Die Folge waren etwa 15 kleine Löcher über das ganze Außenzelt verteilt, verursacht von den scharfkantigen Ecken der Zahncreme. Jetzt sind alle Löcher mit speziellem Tape geflickt und das Zelt wieder einsatzbereit.
Nicht vorhersehbar mussten auch an meinem Rad ein paar Teile ausgetauscht werden. Als ich wegen meiner Schaltung im Radladen war, stellte sich heraus, dass meine Schaltringe, die Kette und die Kassette relativ abgenutzt waren. Ich schätze, ich fahre einfach zu viel Fahrrad;) Zu einem fairen Preis wurde alles Nötige erneuert. Ich kann mich hier nur nochmals bei meinem Sponsor Micheal Kracke bedanken, der die Kosten für die Reperatur übernimmt.  Letzte Woche hat mich Kevin besucht. Das war eine sehr nette Abwechslung. Ursprünglich aus Schottland war er ebenfalls mit dem Fahrrad unterwegs, als ich Neuseeland bereist habe. Ich hatte ihn damals 3 Mal getroffen. Zur Zeit arbeitet er auf einer Farm hier in der Nähe.

Letzten Dienstag ist dann endgültig das Planungs- und Packchaos ausgebrochen. Dennoch sind wir Mittwochfrüh spontan zu einer Kajaktour aufgebrochen, da für mich die vier Wochen Schonungszeit endlich rum waren und ich immer noch nicht beim Rangitoto Island war. Die Wettervorhersage war ganz gut und der Wind sollte erst am Nachmittag stärker werden. Natürlich war dem nicht so, …wir sind in Neuseeland! Ich hatte ganz schön zu kämpfen auf dem Weg zurück. Völlig erschöft (zumindest meine Wenigkeit) gerade wieder in Ufernähe angekommen, haben wir ein paar Meter von uns entfernt Delfine gesehen. Wir sind also anstatt zum Strand zurück zu paddeln den Delfinen für etwa 20 Minuten gefolgt, so nah, dass man sie unterm Kajak sehen konnte und sie 1 Meter von uns entfernt immer wieder aufgetaucht sind. Zwei Mal ist sogar einer komplett auf dem Wasser gesprungen.
Es war nicht das erste Mal, dass ich Delfine auf dieser Reise gesehen habe, aber das erste Mal von so nah. Eine sehr einzigartige Erfahrung:)

Das Wetter war übrigens die meiste Zeit nicht wirklich so gut, wie es auf den Fotos aussieht. Es ist bislang wohl ein sehr milder Winter, aber die letzten Wochen war es oft sehr regnerisch und windig. Es wird Zeit wieder in ein Land mit wärmerem Wetter zu reisen. Taschen und Fahrräder sind nun so gut wie ge-/verpackt. Morgen geht es zum Flughafen. Ich bin sehr gespannt… auf nach Asien!


It´s been 6 weeks since I arrived back in Auckland. On one hand it felt like a very long time in which I haven´t really done much. On the other hand it seems that it was just yesterday that Hamish picked me up at the airport. The last two weeks we spent time taking some walks, hosting game nights and planning for our trip. Just after my surgery I bought some painting materials. This gave me something to do while I was limited by the healing process. I also did some maintenance on my bike and camping gear. A while ago I forgot to take my toothpaste out of my tent when I packed it up. This unfortunately resulted in about 15 small holes spread out all over the entire fly, caused by the sharp corners of the toothpaste tube. I was able to patch all the holes with a special tape and the tent is good to go again. Unexpectedly, some parts on my bike needed to be replaced as well. While at the bike shop to get my gears adjusted, they told me that my chain rings, the chain and the cassette were relatively worn. I guess I´m cycling too much;) At a fair price, everything necessary was replaced. Thanks again to my sponsor Micheal Kracke who is paying for the service.

Last week my friend Kevin came to visit me which was a very nice change. Originally from Scotland, I first met him when we were both bike touring around New Zealand. During that trip we had met on three separate occasions. He is currently working on a farm north of Auckland which made it easy for him to come down and visit.

Last Tuesday, 3 days before our flight, we started intense planning and packing. In the midst of this we spontaneously went out on a kayak trip Wednesday morning. My four weeks of healing and recovering time finally were over and I had wanted to kayak to Rangitoto Island for a while. The weather forecast was quite good and the wind was expected to not become stronger until the afternoon. Of course that was wrong … we are in New Zealand! It was really hard work on the way back into the wind. Totally exhausted (at least me) we got back close to the shore again when we suddenly spotted some dolphins a few meters away from us. So instead of paddling back home to the beach we followed the dolphins for about half an hour, so close that you could sometimes see them underneath the kayak. They often came up just a meter away from us und two times one of them even jumped fully out of the water. It was not the first time that I have seen dolphins on this trip, but the first time I have been so close to them. A very amazing experience :)

The weather was not really as good as it looks in the photos most of the time. It is probably a very mild winter, but the last few weeks it was often very rainy and windy. It’s time to travel again to a country with warmer weather. Bags and bicycles are now packed. Tomorrow we go to the airport. I’m very excited to experience Asia!

BILDER–PICTURES: please click here

Next flight is booked- happy to get back on my bike again!

Es ist so weit… meine Reise geht weiter und es geht endlich zurück aufs Rad. Nach drei Wochen Genesen und Ruhen kribbelt es langsam ganz schön. Es wird Zeit wieder aufzubrechen, sich auszupowern, neue Orte zu erkunden und neue Menschen kennen zu lernen. Letzte Woche habe ich meinen Flug aus Neuseeland gebucht. Am 28.7.2017 werde ich nach Singapur fliegen, von wo aus ich plane mit dem Fahrrad Richtung Norden durch Malaysia, Thailand und Kambodscha bis nach Vietnam zu fahren. Hamish wird mich für einen Monat bis nach Süd Thailand begleiten.
Ich bin gespannt auf meine erste Begegenung mit Asien. Es warten wärmeres Wetter, neue fremde Kulturen und viele verschiedene Gerichte, Snacks und Früchte zum Probieren.
Da ich weiterhin noch keine vollen 100% geben darf, wird die kommende Woche noch ziemlich entspannt aussehen und auch die ersten Wochen in Asien werde ich es langsam angehen lassen müssen. Aber immerhin ein neues Land, neue Leute und wieder zurück auf meinem geliebtem Fahrrad!


Finally… my journy continues and I´m going to be back on bike soon. After three weeks of recovering  and resting, I´m itching to go again. It´s time to carry on, explore new places and meet new people. Last week I booked my flight out of New Zealand. I will fly to Singapore on July 28, 2017, from where I plan to cycle northwards through Malaysia, Thailand and Cambodia to Vietnam. Hamish will join me for a month travelling up to South Thailand.
I am curious about my first encounter with Asia. It´s going to be warmer weather, there are new and interesting foreign cultures to learn about and many different dishes, snacks and fruits to be tasted.
Since I´m still not able to give a 100%, the upcoming week will still look quite relaxed as well as the first few weeks in Asia I´ll probably have to take it slow. But what is important for me is that I´m going to be in a new country, I´m going to meet new people and i will be back on my beloved bicycle.