You´ve reached your destination

Gestern bin ich in Minneapolis (Lake Elmo) angekommen. Nach 4 Monaten in den USA und insgesamt knapp 10.000km auf dem Rad bin ich sehr froh zwei Wochen “Urlaub” zu haben. Ich bin bei meiner Freundin Beth, die ich 2011 in Banff, Canada kennengelernt habe. Es ist toll sie nach 5 Jahren wieder zu sehen. Wir werden die Zeit sinnvoll nutzen, um ein paar spaßige Sachen zu unternehmen und ich muss mich ein bisschen der Planung für Hawaii und Sonstigem widmen. Gibt schlimmeres:)


I arrived in Minneapolis (Lake Elmo) yesterday. After 4 month in the US and almost 10.000km in total I´m happy to have two weeks off now, doing some fun stuff and getting some things organised. I´m staying with my friend Beth who I met 2011 in Banff, Canada. It´s so great to see her again after 5 years!

Beth and me in Banff 2011

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Great River Road (Mississippi River)

In Trempealeau habe ich noch mal einen letzten Pausentag eingelegt bevor es zum drei-Tages Endspurt Richtung Minneapolis ging. Der Tag wurde ganz relaxed mit einem Kaffee auf der Terrasse begonnen, von der aus man direkt auf den Fluss blickt. Später haben Annie (Brad´s Frau), Mike (Beth´s Bruder) und ich unter anderem in Beedle´s Bar Lunch gegessen, wir sind zu einer wunderschön gelegenen Apfelplantage mit Mais Labyrinth gefahren und hatten nachmittags ein paar Bier in dem Ort, der buchstäblich aus zwei Bar´s und einer Kirche besteht. Es war ein entspannter, sonniger Tag, in dem ich noch mal neue Energie für die letzten drei Tage getankt habe.
Die Great River Road Richtung Norden war landschaftlich weiterhin super schön und noch mal ganz anders als die Prärie. Vorbei an steilen Felsvorsprüngen, Wäldern, mehr Maisfeldern und kleinen Orten ging es inklusive einiger Hügel am Mittwoch von Red Wings nach Lake Elmo, MI.


In Trempealeau I once again had a day off, my last one before the three day finish to Minneapoplis. We started the day having a coffee on the deck from where you have a beautiful view on the river. Later on I had lunch with Annie (Brad´s wife) and Mike (Beth´s brother) at Beedle´s Bar and we went to an beautiful located apple orchard with a maze and caramel apples. In the afternoon we had a few beer in the town which literally consists of two bars and a church. It was a relaxed sunny day and I could recharge my batteries for the last three days of cycling to Minneapolis. The Great River Road going North continued to be beautiful and it was different compared to the plains. I went bast bluffs, forests, more cornfields, cute little towns, over a few hills and made it all the way from Red Wings to Lake Elmo, MI on Wednesday.

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Minnesota! I´m getting closer

Am 1. September, zwei Tage nachdem ich in Arcadia losgefahren war, hatte ich meinen bislang längsten Tag in den USA. Nach 132km/ 82miles war ich abends an meinem Tagesziel angekommen, kaputt durch viel Gegenwind aber glücklich. Als ich den letzten Abend in Nebraska noch mal in einem Fire Department, dem Volunteer Fire Department in Niobrara übernachtet hatte, ging es den nächsten Morgen weiter in meinen 9. Staat auf dieser Reise, South Dakota. Ohne die großen Schilder, die einem sagen, wann man in einen anderen Staat fährt, würde man es wohl gar nicht merken. Landschaftlich hatte sich nicht viel verändert, nur der Wind war für mindestens vier Tage super stürmisch. Und, wie zu erwarten wehte er natürlich nicht von Westen nach Osten. Durch das Zick Zack Muster in dem ich mich nach Nordosten vorgearbeitet habe, konnte ich aber für wenigstens einige Meilen den Wind als Rückenwind nutzen. So sehr, wie er das vollbeladene Rad von der Seite oder von Vorne bremst, ist er von hinten wie ein kleiner Motor und man braucht nicht allzu oft treten. Nach der endlosen Prärie, in der Wind das Anstrengste war, folgten dann doch wieder einige „rolling hills“. In Sioux Falls hatte ich nach 9 Tagen am Stück auf dem Rad einen Pausentag geplant. Mit meinem Warmshower host Travis habe ich morgens die Falls besucht und nachmittags ein bisschen am Laptop gearbeitet. Komischerweise war ich durch einige lange Tage auf dem Rad schon viel früher in Sioux Falls als gedacht. Da ich nicht zu früh in Minneapolis ankommen wollte, hatte ich ein bisschen im Internet recherchiert und herausgefunden, dass die Gegend am Mississippi River super schön sein soll. Als sich herausstellte, dass Beth´s Bruder etwas südlich von dort wohnt, wo ich auf den Mississippi River treffen würde und ich ihn besuchen könne, stand die neue Route fest: Gerade rüber nach Osten Richtung Trempealeau, WI und dann am Mississippi entlang nach Lake Elmo bis zu Beth. Zwei Tage von Sioux Falls aus war es nochmal nur Prärie und Farmland. Am dritten Tag änderte sich die Landschaft auf einmal. Der Root River Trail, auf dem ich einen Teil des Tages gefahren bin, führte durch eine schöne und sehr grüne Gegend mit vielen Bäumen, niedlichen Orten und immer am Fluss entlang. Es war schönes Wetter, es waren viele Leute mit dem Fahrrad unterwegs und es hat Spaß gemacht mal wieder auf einem Biketrail unterwegs zu sein. Da ich es den Tag bis Trempealeau schaffen wollte, war es für mich ein langer Tag mit 75 Milen (120km). Zum Schluss hat es sich ziemlich gezogen und ich habe es durch die eine oder andere Trödelei gerade so zum Einbruch der Dunkelheit geschafft. Tagesziel war Brad´s (Beth´s Bruder) Restaurant ´Beedles Bar & Restaurant´, wo ich ein kaltes Bier und gutes Essen genossen habe.


On the 1st of September, two days after I left Arcadia I´ve had my longest day in the US so far. After cycling 132km/ 82 miles I arrived at the place where I stayed overnight, totally exhausted caused by a lot of headwind but happy. The last night in Nebraska I once again stayed at a Fire Departement, the Volunteer Firedepartement in Niobrara. The next morning I continued and entered South Dakota, which was my 9th state on this trip. Without the big signs, which tell you that you´ve entered an other state, you´d probably not even recognise it.

The scenery didn´t really change but the wind picked up and it was stormy for at least 4 days. Unsurprisingly the wind mostly blew from the south-east. Of course it wasn´t going my way. Caused by the zigzag I drove to get north-east, I´ve had tailwind for at least a few miles.
It´s always amazing what a big difference the wind can make when you´re riding a fully loaded bike. It slows you down immediately when it comes from the side or as a headwind. If it comes as tailwind it feels like a motor on your bike and you don´t need to pedal at all. After the plains, where strong wind has been the hardest part, I needed to deal with some rolling hills again. I planned on having a day off in Sioux Falls after 9 days of cycling in a row. I went to visit the falls with my warmshower host Travis in the morning. In the afternoon I did some work on my laptop.
I spend a few long days on my bike so that arrived earlier in Sioux Falls than I thought I would. I didn´t want to get to Minneapolis too early so I checked online if I find a nice route to maybe do a little detour. The area along the Mississippi River was supposed to be really nice. I found out that Beth´s brother lives just a little bit south from where I would hit the Mississippi River after going east. It turned out that I could visit them and stay at their place over night so plans were made up. I wanted to go straight east towards Treampealeau, WI and then north along the Mississippi River to Lake Elmo all the way to Beth.

The first two days after leaving Sioux Falls I again just cycled through the plains and farmland. On the third day the scenery suddenly changed. I took the Root River Trail beginning in Fountain and cycled one part of the day on a smooth bike path all along the river. This way I went through a beautiful green area with a lot of trees and cute towns. It was sunny and a lot of people were outside and cycling on the trail. It was quite a long day for me traveling a total 75 miles (120km). I wanted to make it to Trempealeau because I had a warm place to stay. As I approached my destination it seemed like the ride would never end. I made it just before it got dark. My goal was to make it to Brad´s (Beth´s brother) Restaurant ´Beedles Bar & Restaurant´ where I enjoyed a cold beer and amazing food.

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Corn, wind, cows and rolling hills

In Colorado Springs habe ich das letzte Mal die Rocky Mountains gesehen. Von dort aus Richtung Osten verschwanden die Berge unerwarteter Weise ziemlich schnell und wurden durch Farmland und rolling hills ersetzt. Da es nun relativ flach ist, macht sich jetzt auch der Wind bemerkbar, der mich an manchen Tagen doch deutlich an den Wind in Patagonien erinnert. Obwohl er normalerweise im Land von West nach Ost wehen soll, begrüßt er mich doch immer wieder aus der falschen Richtung und macht das Fahren nicht gerade einfacher. Wenn er allerdings als Rückenwind weht, was bislang noch nicht so häufig vorkam, fliege ich;)
Im nord-östlichen Zipfel von Colorado wohnt Mark und seine Familie. Ihn und Mike hatte ich im Januar in Chile getroffen und mit ihnen die Fitz Roy Wanderung gemacht. Da ich keine Route geplant hatte und es nach Minneapolis sozusagen auf dem Weg liegt, habe ich ihn für ein paar Tage besucht. Es war spaßig, ich konnte Cookies backen und kochen, ihre Büffelherde bestaunen, die niedliche Gemeinde Holyoke kennen lernen, relaxen und sogar einen Traktor (aus Star Wars :D) fahren. Ich hätte durchaus länger bleiben können, um ein bisschen auf der Farm zu arbeiten und Traktor zu fahren:)
Ich arbeite mich nun aber langsam im Zickzack nach Nordosten vor, um Mitte September bei meiner Freundin Beth in Minneapolis anzukommen. Ich fahre durch viele kleine Orte (oder Orte, die auf der Karte ein Ort sind und in Wirklichkeit nur ein Haus) und die Menschen sind hilfsbereit und unglaublich freundlich. So konnte ich in Arnold umsonst in einem B&B unter einer alten Schule oder in Arcadia bei Jade und TJ, die den Grocery store im Ort besitzen, übernachten. Als den nächsten Tag ein großer Truck mit der wöchentlichen Lieferung kam, habe ich mitgeholfen auszuladen und durfte dann die Waren mit Hilfe einer Preispistole mit Preisen versehen. Was ein Spaß!:) Ich habe mich gefühlt, wie in meinem Kaufmannsladen als Kind.

Je näher Minneapolis kommt, desto mehr macht sich ein seltsames Gefühl der Wehmut bemerkbar. Natürlich bin ich gespannt auf den nächsten Abschnitt meiner Reise. Hawaii, Neuseeland, Thailand…. All das kommt noch und ich freue mich darauf. Dennoch ist die Reise in den USA bisher einfach so unglaublich. Da die Sprache keine Barriere mehr ist, treffe ich so viele Leute und habe den Tag über etliche Smalltalks. Ich finde neue Freunde, egal, wohin ich fahre und es ist ein gutes Gefühl und macht Spaß. Vielleicht sollte ich professionelle Radweltreisende werden und es zu meinem Beruf machen?! ;) Langweilig würde es bestimmt nicht werden.


In Colorado Springs I saw the Rocky Moutains for the last time. Leaving the place heading east, the mountains disappeared strangely fast and were replaced by farmland and rolling hills. As it is quite flat now, the wind becomes noticable and reminds me of the one in Patagonia from time to time. Though it should usually be blowing from the west to the east, it again and again embraces me from the wrong direction, which doesn’t make biking any easier. When I, though, have tailwind, which hasn’t been often so far, I’m flying ;)

In the north-eastern part of Colorado lives Mark and his family. I met him and Mike in Chile this January and we did the Fitz Roy hike together. Since I hadn’t planned a route and it is more or less on my way to Minneapolis, I visited him for a few days. We had a lot of fun, I could bake cookies and cook, admire their buffalo flock, get to know the cute little community of Holyoke, relax and even drive a tractor (from Star Wars :D) I would have liked to stay longer to do some work on the farm and drive the tractor :)

But I’m back on the road, heading slowly northeast to reach my friend Beth in Minneapolis in the middle of september. I go through many small towns ( or places, which are marked as a town on the map and then there is only one house) and the people are helpful and incredibly friendly. I ended up spending the night in Arnold in a B&B beneath an old school or in Arcadia at Jade and TJ’s place, who own the Grocery store in town. When the next day the truck with the weekly supplies came in, I helped unloading and labeling the goods with a price gun. I had a blast!:) I felt like beeing a child again, playing in one of these grocery stores for kids (we call it: Kaufmannsladen).

The closer I get to Minneapolis, the more wistful I become. Of course I am excited about the next part of my trip; Hawaii, New Zealand, Thailand… all this still is waiting for me, but the time in the US was just unbelievable so far. Since the language is no barrier anymore, I meet so many people and have lots of smalltalks every day. I find new friends, wherever I go and this is a great feeling and I really enjoy it. Maybe I should become a professional bike-world-traveller and make it by profession?! It certainly wouldn’t become boring.

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