Carretera Austral Part 2 (Cochrane-Coyhaique)

In Cochrane hieß es Abschied nehmen von Gabriel und Myriam. Die beiden wollten noch ein paar Tage dort bleiben, um in der Nähe zu wandern. Ich habe die Zeit mit den Beiden genossen, es hat super viel Spaß gemacht und es war immer nett jemanden zum Quatschen zu haben oder um Erlebnisse zu teilen. Seit Cochrane bin ich nun nur noch mit Bernard unterwegs, dem Mann aus den Niederlanden, der schon viel von der Welt gesehen hat, in so vielen unterschiedlichen Ländern gelebt und in so vielen unterschiedlichen Bereichen gearbeitet hat.

Der erste Tag von Cochrane aus war anstrengend. Man könnte es wohl mit einem 5 stündigen Intervalllauf vergleichen, da es durchgehend steile Hügel bergauf und bergab ging. Natürlich auf der altbekannten Schotterstraße. Ein Highlight war die Peanutbutter, die Bernard in Cochrane gefunden hatte. Ich hatte bislang nirgendwo welche gesehen, wodurch ich mich umso mehr über Brot mit Peanutbutter und Marmelade als Lunch gefreut habe.

Die Landschaft verändert sich täglich. Es ist einfach unglaublich wie abwechslungsreich dieser Weg ist. Von steilen schroffen Bergen, zu türkisblauen Seen oder Flüssen, grünen Wäldern, Wiesen, Farmland, Gletschern, Tälern bis zu Wasserfällen und schneebedeckten Bergen. Das Wetter ist allerdings genauso abwechslungsreich. Über Patagoniens Wetter sagt man, dass es unberechenbar ist und man 4 Jahreszeiten an einem Tag hat. Das kann ich durchaus bestätigen. Wir scherzen schon ein bisschen darüber, mit welcher Jahreszeit wir den Tag denn begonnen haben, welche wir gerade haben und mit welcher wir ihn wohl beenden werden. Die Regensachen sollten immer griffbereit sein und auch wenn es morgens ganz und gar nicht danach aussieht, dass die Sonne rauskommt, sollte man schon mal Gebrauch von der Sonnencreme machen.

Drei Tage haben wir gebraucht, um von Cochrane nach Puerto Tranquillo zu radeln. Die Qualität der Schotterstraße die letzten paar Kilometer bis in den Ort war super schlecht. Ich hatte das Wort, glaube ich, bislang noch nicht verwendet, aber man kann viele Abschnitte der Schotterstraßen hier ganz gut als Waschbrett bezeichnen. Die Kunst liegt dann darin, die Seite oder den Teil der Straße zu finden, wo das „Waschbrett“ am wenigstens ausgeprägt ist und man halbwegs darauf fahren kann. Ganz gleich, ob man auf der falschen Seite oder gar in der Mitte der Straße fährt.

Auf Grund von Sturm und viel Regen, was wir beim Losfahren etwas unterschätzt hatten, sind wir ein Teilstück nach Cerro Castillo getramt. Ein sehr schön gelegener Ort, umgeben von ganz unterschiedlichen Bergen und der viele Möglichkeiten zum Wandern und Horsebackriding bietet. Von dort aus beginnt dann der Luxus, eine asphaltierte Straße. Man soll es nicht glauben, wie sehr man Asphalt zu schätzen lernt. Es ist so viel einfacher und entspannter darauf zu fahren, obwohl kurz nach Beginn des Aspalts der Anstieg zum höchsten Punkt des Carretera Austral startete. 1120m. Da uns der Wind ein bisschen ausgebremst hatte, sind wir erst am nächsten Tag in Coyhaique angekommen, wo ein Pausentag folgte. Eine riesige Stadt im Vergleich zu den ganzen kleinen Ortschaften, die zuvor auf dem Weg lagen. Wenn man in Coyhaique in den Supermarkt geht, bekommt man alles. Und wenn es den einen Tag nicht da ist, dann bekommt man es am nächsten Tag. Weiter im Süden war das ein bisschen anders. Wenn etwas ausverkauft war, war es ungewiss, wann überhaupt wieder etwas geliefert wird. In Villa O´Higgins hat man beispielsweise 3 oder 4 Wochen auf Eier gewartet. Frisches Obst und Gemüse war in den Orten auch eher Mangelware. Es zeigt, wie schwierig der Transport von all den Lebensmitteln und auch anderen Waren in diese abgelegenen Orte ist. Man gewöhnt sich aber schnell daran und da ist man auf einmal überfordert in einem großen Supermarkt in Coyhaique zu stehen und so viel mehr zu finden, als das, was sonst in 5 Regalen eines kleinen Supermercado untergebracht war. Die Herausforderung ist dann nicht übermütig zu werden, weil es einfach so viel gibt und man alles auf einmal Essen könnte. Schließlich geht es den nächsten Tag wieder mit dem Rad weiter und da zählt jedes Kilo.


 

In Cochrane it was time to say goodbye to Gabriel and Myriam. They wanted to stay for some more days to hike in the area. I enjoyed the time with them. It was nice to have someone to talk and to share the travel experiences. From Cochrane I went on with only Bernard, the guy from the Netherlands who saw such a lot of this world, lived in so many different places and worked in various fields.
The first day leaving Cochrane was tiring. You could compare it to an interval running. It went steep up and downhill in turns. Of course on the well known gravel road. One highlight was the lunch with peanutbutter Bernard found in Cochrane. I haven`t seen any in here so far so I enjoyed it even more.
The lanscape changes every day. It`s incredible how diverse this way is. Cliffy mountains, deep blue lakes and rivers, woods, grassland, farmland, glaciers, valleys, waterfalls and snow covered mountains. The weather is not less diverse. It is said that the weather in Patagonia is unpredictable and that you have the four seasons in one day. I can only confirm that. We joke a little about in which season we started the day, which we have and how it will end. The rainprotection should always be in reach. And even if it doesn`t look at all like sun in the morning you should use sunblocker to be sure.

We needed three days to get to Puerto Tranquillo. The quality of the gravel road on the final kilometers was very bad. I haven`t used the word yet but some parts of the road you could actually call ‘washboard’. The trick is to find the most even part of the road no matter if you ride on the wrong side or even in the middle.
Because of storm and rain we hitchhiked a part of the way to Cerro Castillo. It`s a beautiful place surrounded by different mountains and offers the possibility to hike or to do horsebackriding. From that point the luxury of having an asphalt road under the wheels started again. It`s just so much easier and more comfortable. Even going upwards to the highest point of the Carretera Austral (1120m) doesn`t seem to be that difficult anymore. Because of the wind slowing us down we reached Coyhaique only the next day. It followed a day off. It feels like a huge city in comparison to the villages we passed on our way so far. When you go shopping in a grocery store you get everything. And when it`s not there the one day, it will be there the next day. In the south it was different. When something was sold out it was uncertain when the next supply would get there. In Villa O`Higgins they waited three to four weeks for eggs. Fresh fruits and vegetables are scarce goods. It shows how difficult the transportation to these solitary places is. And when you got used to this, you are completly perplexed standing in a huge grocery store in Coyhaique and finding more than the little in the usual five shelves. The challange is not to buy too much because there is so much and you could eat everything at once. But the next day the trip goes on and every kilo counts.

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Carretera Austral Part 1 (Villa O´Higgins- Cochrane)

Hallo Carretera Austral! Am 10.2. ging es los, zu fünft, denn ein französisches Pärchen, dass wir schon in El Chalten getroffen hatten, ist auch am selben Tag aufgebrochen. Wunderschöner erster Tag, viel auf und ab, aber sonnig und beeindruckend. Der darauf folgende Tag war dagegen anstrengend und kräftezehrend: Steile Berge, viele steile lange Ansteige, Schotter, Gegenwind und Regen. Das alles war nicht gerade motivierend, zumal man von der Landschaft nicht wirklich viel sehen konnte. Am nächsten Tag ging es zu dritt weiter, da das französische Pärchen früh morgens ein Truck anhalten konnte, der sie mitnimmt, damit sie den gebrochenen Gepäckträger in der nächsten Stadt reparieren/ersetzen können. Da es immer noch in Strömen regnete und nichts über Nacht wirklich getrocknet ist, waren wir nicht traurig, als wir ebenfalls eher zufällig einen Truck anhalten konnten. Wir haben es irgendwie geschafft, alle drei Fahrräder und alle Taschen auf der Ladefläche zu verstauen und konnten bis zur Abzweigung Richtung Tortel mitgenommen zu werden. Der Abstecher (24km) nach Tortel wurden dann wieder per Fahrrad zurückgelegt. Tortel ist ein kleiner am Hang gelegener Ort. Man kann ihn direkt nur zu Fuß erreichen, da die Häuser mit Holzstegen und Holztreppen verbunden sind. Oberhalb gibt es einen Parkplatz, auf dem das Auto abgestellt werden kann. Mit den paar Stunden Sonne, die wir am Abend hatten, war es echt ein schönes Plätzchen.

Nachdem wir im Hostel in Tortel alles trocknen konnten, ging es den nächsten Tag dennoch im Regen weiter. Zum Glück gibt es hier und da etwas abseits der Straße gelegen einen alte Schuppen, der perfekt ist um Unterschlupf für die Nacht zu finden. Seit Tortel begleitet uns Bernard aus Holland, den Myriam und Gabriel schon vorher mal getroffen hatten. Gestern sind wir in Cochrane angekommen und nutzen den Tag heute, um Einkäufe zu machen, Wäsche zu waschen und natürlich, um sich bei der Familie zu melden.


 

Hello Carretera Austral! On Feburary 10th we started with 5 of us. A french couple, we´ve met before in El Chalten joined us cause they started on the same day going north. It was a beautiful first day, a lot of going up and downhill, but al least it was sunny and really impressive. The following day was hard. There were a lot of steep hills and we mostly needed to go uphill. The road was bad, gravel raod as every day, we had headwind und a lot of rain. It wasn´t very motivating especially when you can´t really see anything of the landscape cause of clouds and rain. The next day we only continued with the three of us, Gabriel, Myriam and me. The French couple got a ride to the next town in the morning cause they needed to fix one of their back racks. It was still raining a lot and nothing dried over night. So we were happy that there was a truck stopping and the three bikes and all the bags fit on the back. We got a ride to the crossing to Tortel:) The last 24km to Tortel we traveled by bike again. Tortel is located at kind of a hillside. You can only reach it by walking cause the houses are connected by wooden decks and stairs. The car you have to park in a parking lot on the top. We had a few hours of sun after we arrived.

After we could dry everything in a hostel overnight we unfortunately continued again in the rain the next day. It´s good that there are some old cabins on the side of the road you can use as a shelter over night. Since we started in Tortel we have a new companion, Bernard from the Netherlands. Myriam and Gabriel have met him before on the road.

Yesterday we arrived in Cochrane. Today we´re going to spend the day to do some grocery shopping, to get the laundry done and of course to get in touch with the family.

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Aller Anfang ist schwer

Von El Chalten aus gibt es keine durchgehende Straße, die nach Villa O´Higgin´s, dem Anfang (Ende) des Carretera Austral führt. Man muss zuerst ca. 37km auf einer Schotterstraße fahren, um mit einer kleinen Personenfähre über den Lago del Desierto zu kommen. Auf der anderen Seite des Sees geht es dann erstmal nur zu Fuß weiter, etwa 7km auf einem Wanderweg, der alles andere als optimal für ein Fahrrad ist. Man hört aber von vielen Leuten, dass es machbar ist, das Rad zu schieben und es danach wieder eine Schotterpiste gibt. Also auf geht´s. Auf meinem Weg von El Chalten zur Fähre habe ich Myriam und Gabriel aus Quebec kennen gelernt, die ebenfalls nach Norden unterwegs sind. Ein Glück! Der Wanderweg, den wir schiebender Weise am zweiten Tag bewältigen mussten, war komplizierter und anstrengender, als ich gehofft hatte. Wir haben zeitweise die Räder zu zweit den engen Pfad hochgeschoben, um nicht das ganze Gepäck für gewisse Abschnitte runternehmen zu müssen. Die Schotterpiste, die danach folgte war eher ein sandiger huckeliger Weg, der zwar immerhin befahrbar war aber der sehr viel Konzentration und Nerven gekostet hat. Super anstrengender Tag!

Am nächsten Tag hatten wir Glück, dass wir ein Boot von Candelario Mancilla über den Lago O´Higgins nach Villa O´Higgins bekommen haben. Villa O Higgins ist ein kleiner niedlicher Ort, eine Sackgasse am Ende der Straße, die aus dem Norden kommt, the Carretera Austral. Wir haben uns einen sonnigen Pausentag gegönnt und hatten Pancakepartys am Morgen (made by Myriam). Zu empfehlen ist Camping El Mosco, sehr gepflegter, zentraler (in dem kleinen Ort scheint alles zentral zu sein) und geselliger Ort.


 

There is no road going from El Chalten to Villa O´Higgins, the beginning (or end) of the Carretera Austral. First you need to drive on a gravel road for 37km to get to a small ferry only for persons for crossing Lago del Desierto. On the other side of the lake you need to continue by walking your bike on a hiking trail which is not ridable at all. Many people told me before that it´s possible to walk your bike and that there is a gravel road again after 7 km. So let´s do it. I´m glad that I´ve met Myriam and Gabriel (from Quebec) on my way from El Chalten to the ferry. They are also continuing going north so I could join them. The hiking trail we needed to manage was really complicated and exhausting. It was harder as I thought it would be. From time to time we were even pushing one bike with two of us up the hill on the small trail so that we didn´t need to take off all the luggage.

The gravel road which started right after the hiking trail was just a bumpy sandy road. You could ride your bike on it but you needed to be really concentrated. All in all it was a really hard day. I was glad when we arrived at the campsite just infront of the next lake.

The next day we were lucky to catch a boot to cross Lago O´Higgins from Candelario Mancilla to Villa O´Higgins. Villa O´Higgins is a cute little town which is the end of the road coming from the North, the Carretera Austral. We took a day off for enjoying the sun and started both mornings with a huch pile of pancakes (made by Myriam). I can really recommend the campground El Mosco. It is a clean, great and social place right downtown… well everything seems to be downtown in this Little town.

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Puerto Natales. Torres del Paine. El Calafate

Eine Woche ist schon wieder vergangen. Eine Woche, die einige Hoch und Tiefs hatte, in der sich die Landschaft etliche Male verändert hat und in der ich wieder viele wundervolle Menschen treffen durfte.
Von Punta Arena bin ich mit dem Bus weiter nach Puerto Natales gefahren, da zwischen den beiden Städten nur die altbekannte uninteressante, öde Steppenlandschaft zu sehen ist. Die Zeit verbringe ich dann lieber auf schöneren Strecken;) Von Puerto Natales aus ging es dann mit dem Rad in die Berge, zum Nationalpark Torres del Paine. Der Weg dorthin war anstrengend. Steile Berge, viel Sonne, Schotterpisten und Wind. Im Park selbst waren die Wege noch beschissener zum Radfahren. Das ständige steile auf und ab haben mich ein bisschen verzweifeln lassen, als ich es nur mit viel Mühe geschafft habe mein Fahrrad einige Anstiege hochzuschieben. Zum Einen ist das Rad mit dem Gepäck und co. super schwer und zum Anderen rutscht es auf dem Schotter immer wunderbar zur Seite weg. Belohnt wurde man allerdings mit einer atemberaubenden Kulisse und wunderschönen Landschaften.
Am Samstag, kurz nachdem ich zur Wanderung zum Base del Torres aufgebrochen bin, habe ich Rachel und Trevor aus Kanada kennen gelernt, mit denen ich den restlichen Tag verbracht habe. Viel Sonne, viel Bergauf, viele Touris, aber es lohnt sich :)
Sonntag ging es dann auch schon wieder mit dem Fahrrad weiter, aus dem Nationalpark raus bis Cerro Castillo, einem kleinen Ort kurz vor der argentinischen Grenze. Einen Zeltplatz gab es dort nicht, aber man konnte glücklicherweise auf dem Spielplatz zelten. Am nächsten Tag bin ich erst ein Stück mit dem Fahrrad gefahren und bei der zweistündigen Wartezeit an der Grenze habe ich relativ schnell 2 Autos gefunden, die nach El Calafate gefahren sind. Auf einen Truck, wo kein Sitzplatz mehr frei war kam das Fahrrad und ich bin bei Alana, Megan und Brian (aus den USA/ Santiago) mitgefahren. Wieder ein ganzes Stück öde Pampa gespart:) Wie es der Zufall will, durfte ich die Drei am nächsten Tag zum Perito Moreno Gletscher begleiten. Es war faszinierend, wie nah man an dem Gletscher heran kam und super beeindruckend, wenn mit einem lauten Krachen auf einmal etwas Eis abbricht und ins Wasser fällt.  Der Rest des Tages wurde zum Wäsche waschen, bummeln und relaxen genutzt.
Zur Zeit bin ich in El Chalten, einem super schön gelegenem Ort von dem aus man wohl die besten Trekkingtouren Argentiniens machen kann. Ich werde das ganze morgen mal austesten.

In den nächsten Wochen geht es dann wahrscheinlich auf dem Carretera Austral Richtung Norden weiter. Laut anderen Radfahrern ein Muss, auch wenn es zwischendurch sehr anstrengend ist, der Weg größtenteils aus einer Schotterpiste besteht und es oft regnen kann. Ich bin gespannt, wie es wird und hoffe, dass ich unterwegs vielleicht wieder auf nette Mitfahrer treffe. An Radfahrern soll es auf dem Weg auf jeden Fall nicht mangeln ;)


English Version follows!

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