Australia- The Land Down Under

Ich bin am 16. März heile in Melbourne angekommen. Nachdem ich mich in den letzten Tagen ein paar organisatorischen Dingen gewidmet und die Stadt erkundet habe, geht es morgen wieder mit dem Rad weiter. Auf dem Plan steht die Great Ocean Road, dann Richtung Syndey und Brisbane. Ich bin gespannt:)


I safely arrived in Melbourne on March 16. After spending some time getting things organised and having a look around downtown the last few days, I´m going to be back on my bike tomorrow. My plan is to cycle the Great Ocean Road, then heading towards Sydney and Brisbane. I´m excited:)

Good Bye New Zealand!

Es fühlt sich immer noch faszinierender und überwältigender an, wenn man in einem Land wieder genau dort ankommt, wo man vor ein paar Wochen oder Monaten losgefahren ist. Es ist fast schon so, als wenn man wieder nach Hause kommt. Ich hatte in Neuseeland einige Hochs und Tiefs, habe einige Tage geliebt, einige aber auch gehasst. Laut den Einheimischen war es dieses Jahr der schlechteste Sommern, den sie je hatten. Perfekt also, um mit dem Rad loszuziehen und gegen das teilweise extreme Wetter anzukämpfen;) Es ist dennoch ein einzigartiges und vielseitiges Land, in dem man wunderschöne Ecken findet (manchmal sogar ohne Touristen;) ) und die Einheimischen sind super freundlich und hilfsbereit.

Ich möchte mich auf diesem Wege noch mal bei allen bedanken, die mich aufgenommen oder mir Tipps gegeben haben, die mir gesagt haben, dass sie es toll und inspirierend finden, was ich mache oder mir auf der Straße zugehupt haben, um mir einen ´Daumen hoch´ zu zeigen. Viele Leute fragen mich immer wieder, wie ich Unterkünfte finde oder wie ich plane. Planung wird überbewertet:) Wie schon in den USA bin ich auch in Neuseeland meistens morgens einfach losgefahren, ohne zu wissen, wo ich abends ankommen werde. Ich finde es stressiger und viel zu planungsintensiv mir immer raussuchen zu müssen, wo Campingplätze sind oder wo überhaupt der nächste Ort mit irgendeiner Art von Unterkunft ist. Sobald ich also keine Lust mehr hatte auf meinem Rad zu sitzen, bin ich meistens irgendwo im Nirgendwo auf ein Grundstück gefahren, wo ich ein Farmhaus entdecken konnte. Wenn niemand draußen war, habe ich an die Tür geklopft, kurz erläutert, was ich mache, wie ich reise und die Leute gefragt, ob ich eine Nacht auf deren Grundstück zelten kann. 99% der Leute haben ´ja´ gesagt, manchmal konnte ich überdacht in einem Schuppen übernachten, aber oft genug wurde ich auch eingeladen im Haus zu schlafen oder mit zu Abend zu essen. Die Gastfreundschaft und Großzügigkeit, die ich erfahren habe, ist unglaublich und überwältigend. Ich weiß es sehr zu schätzen und genau diese Begegnungen haben auch Neuseeland so besonders gemacht. Ich habe das Gefühl beide Inseln sehr intensiv bereist zu haben, aber ebenso habe ich das Gefühl nun auch überall Freunde und ´Familie´ zu haben, wo ich jederzeit willkommen wäre.

Ich war traurig weiterzuziehen, aber mein Flug nach Melbourne war für den 16. März gebucht und so hieß es: Auf in mein neuntes Land! Bye Neuseeland!


It feels fascinating and overwhelming to arrive back to the same city that you only just departed a few weeks or months ago. It’s almost like coming back home. I had some ups and downs in New Zealand – I loved some days but hated others. According to the locals this year was the worst summer they have ever had. Still it is a unique and diverse country, where you can find beautiful places (sometimes even without tourists) and the locals are very helpful and friendly.

I would like to take this opportunity to thank all of you who have hosted me, given me good advice, telling me that they find it inspiring what I´m doing, or have given me a “thumbs up” on the road.

Many people ask me how I find accommodation or how I plan. Planning is overvalued :) As in the USA, in New Zealand I usually start off in the morning, without knowing where I will end the day. I find it stressful and time-consuming to research where campsites or the next place with some kind of accommodation will be. As soon as I have had enough bike riding for the day, I usually find a house in the middle of nowhere. I knock on the door and briefly explain what I am doing, how I am traveling and then I ask the residents if I can camp a night on their land. 99% of people say yes. Sometimes I stayed in a shed, but very often I was invited to sleep in the house or to have dinner. The hospitality and generosity that I have experienced is incredible and overwhelming. I appreciate it very much and it is these encounters that have made New Zealand so special. I think I comprehensivly covered both, the North and the South Island, but as well I feel like I have friends and ‘family’ throughout the whole country now. If I come back I know that those people would always welcome me any time.

I was sad to move on, but my flight to Melbourne was booked for the 16th of March and so I kind of had to leave: On to my ninth country! Bye New Zealand!

 

Good times with the Kiwi cycling back to Auckland

So schnell können zwei Wochen vergehen, meine letzten zwei Wochen auf dem Rad in diesem Land. Neuseeland hat sich noch einmal von seiner besten Seite gezeigt. Es war tatsächlich endlich Sommer und beständiges Wetter inklusive Sonnenschein. Hinzu kam, dass die Route, die Stuart mir empfohlen hatte, einfach perfekt zum Radfahren war. In meinen letzten zwei Wochen hier konnte ich dann doch mal in den Genuss kommen zu 95% auf ruhigen, nicht viel befahrene Straßen zu radeln. Ein Traum, wenn man nicht die ganze Zeit auf schnell vorbeisausenden Verkehr achten muss! Bei der Idee, gemeinsam mit Hamish komplett zurück nach Auckland zu fahren, hatte ich erst etwas Bedenken. Nach einer so langen Zeit hat man sich einfach sehr an das flexible, spontane und abenteuerlustige Reisen alleine gewöhnt. Schon mit meiner Schwester hatte es etwas gedauert, bis man zu zweit seinen „Reiserhythmus“ gefunden hatte. Mit Hamish dagegen hat es von Anfang an super gut geklappt. Er hatte schon vorher ein paar Radreisen gemacht, was das Ganze vielleicht vereinfacht hat. In den zwei Wochen haben wir uns zusammen etliche Hügel hochgekämpft, einzigartige Spots zum Campen gefunden, die kreativsten Sandwichs zum Lunch kreiert, Späße gemacht, super viel gelacht, die Natur in vollsten Zügen genossen, einige Liter an Ice Cream gegessen, das eine oder andere Bierchen oder Glas Wein zusammen getrunken, etliche Obstbäume am Straßenrand geplündert und waren nicht nur einmal im Meer oder Fluss baden. Ich habe die Gesellschaft sehr genossen. Zudem war ich froh, dass ich meinen 26. Geburtstag am 3.März nicht alleine verbringen musste. Der Tag war fast wie jeder andere, natürlich inklusive Radfahren, aber dennoch großartig und was Besonderes:)

Nachdem wir den Forgotten World Highway von Taumarunui nach Stratfort genommen hatten, sind wir weiter bis nach New Plymouth gefahren, von wo aus wir zu einer zwei-tägigen Wanderung aufgebrochen sind. Der Pouakai Circuit inklusive Besteigung von Mt Taranaki (Mt Egmont) stand auf dem Plan, was eine sehr schöne, für mich letzte Wanderung in Neuseeland war. Die Gegend um New Plymouth hat es ziemlich weit nach oben auf meiner Liste der beliebtesten Orte auf der Nordinsel geschafft. Dennoch muss man ja nunmal weiterziehen und so ging es für uns immer auf der nahe der Küste gelegenen Straße Richtung Norden. Vorbei an Kawhia und Raglan erwischte uns erst am vorletzten Tag vor Auckland ziemlich starker Regen. Aber was soll´s? Es war warm genug und nachdem man komplett durchnässt war, war es dann auch egal und jede Pfütze wurde mitgenommen. Von Pukekohe aus haben wir den Zug das letzte Stück nach Auckland zurück genommen. Und schwupps war ich wieder dort, wo ich vor 4 Monaten losgefahren war.


Two weeks can pass quickly. During my last two weeks on the bike, New Zealand showed itself at its best. It finally felt like summer with stable weather and a lot of sunshine. The route that Stuart recommended was perfect for cycling with around 95% on quiet, seldom driven roads – a cyclist’s dream as one does not have to pay attention to persistent fast traffic!

The idea of ​​cycling back to Auckland with Hamish was a bit of a concern. After a long time traveling alone you become accustomed to flexible, spontaneous and adventurous travel. With my sister it took some time to find our ” traveling rhythm”. With Hamish, however, it worked very well from the start. He had already gone on a few bike trips before, which may have simplified the whole thing. In these two weeks we battled many hills, found unique camping spots, created the most creative sandwiches for lunch, made jokes, laughed a lot, enjoyed nature at its best, ate many liters of ice cream, shared a few beers and glasses of wine, looted roadside fruit trees and swam many times in rivers and the sea. I enjoyed his company very much. In addition, I was glad that I didn´t have to spend my 26th birthday on March 3 alone. The day was almost like every other day, including of course some cycling, but it was a great day and just more special than others:)

After taking the Forgotten World Highway from Taumarunui to Stratford, we cycled on to New Plymouth, from where we went on a two-day hike. We hiked the Pouakai Circuit, including an ascent of Mt Taranaki (Mt Egmont). The hike was amazing and it was also my last one in New Zealand. The area around New Plymouth has made it quite far up on the list of my favorite places in the North Island.
Nevertheless, one has to move on, and so we took the road near the coast northwards. Passing through Kawhia and Raglan, we didn´t get much rain until the last day before arriving in Auckland. But who cares? It was warm enough and after we were completely soaked it did not matter and every puddle was ridden through. From Pukekohe we took the train back to Auckland… back again to where I had started four months ago.

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Hiking Tongariro Alpine Crossing with a million other people

Schon bei meinem ersten Besuch bei Stuart, vor zwei Monaten mit meiner Schwester, hatte uns Stuart reichlich Tipps für Wanderungen, Radrouten und Aussichtspunkte auf der Südinsel gegeben. Und auch diesmal war er eine große Hilfe. So bin ich am 15.2. mit einem neuen Plan und ganz vielen Tipps im Gepäck von Wellington mit dem Zug nach Palmerston North gefahren, wo ich von Stuarts Schwester und ihrem Mann aufgenommen wurde. Auf Grund von schlechtem Wetter bin ich erst den übernächsten Tag weitergefahren und habe Paul an dem regnerischen Tag auf der Farm geholfen. Ich habe mit ihm einige Bullen und Kühe auf andere Paddocks getrieben, konnte eine „Nutztier Auktion“ besuchen, mit Mist schaufeln ein bisschen meinen Oberkörper trainieren;) und das erste Mal die Kettensäge benutzen. Wir haben viel gelacht, ich konnte einiges lernen und war mal wieder ein bisschen traurig den nächsten Tag weiterzuziehen. Auf Nebenstraßen ging es für mich Richtung Whanganui weiter, von wo aus ich die ´Whanganui River Road´ gen Norden genommen habe. Es ist eine sehr wenig befahrene aber sehr hügelige Straße. Die Steigung von Pipiriki zurück zum Hwy 4 war am anstrengendsten, da es ausnahmsweise mal Sommer in NZ war, Das Thermometer 35°C anzeigte und die Luftfeuchtigkeit bei etwa 80% lag. Dennoch habe ich die Abgelegenheit und die Landschaft genossen.

In National Park angekommen habe ich mich relativ spontan mit Michael Kracke getroffen. Er ist der Eigentümer des Radladens in meinem Heimatort und einer meiner Sponsoren. Er ist in Neuseeland, um seine Tochter zu besuchen, sodass sich ein Treffen angeboten hatte. Er hat mein Fahrrad durchgecheckt, die Schaltung und Bremsen kontrolliert und war insgesamt begeistert in was für einem guten Zustand mein Fahrrad noch ist, obwohl ich schon 14.500 km damit gefahren bin. Wir haben meinen Hinterreifen gewechselt, der letztendlich gar nicht so abgefahren war, wie er aussah und bei einem Bierchen und etwas zu Essen entspannt ein bisschen über meine Reise gequatscht.

Am 21.2., mein Rad beim Campingplatz in National Park verstaut, bin mit Rucksack zum Tongariro NP aufgebrochen. Nachdem ich an dem Tag nur eine kürzere Wanderung zu den Tama Lakes gemacht hatte, bin ich den Tag darauf von meinem geheimen Campingspot zum Startpunkt des Tongariro Crossing getramt. Tongariro Alpine Crossing ist eine 19,4km lange, wie ich feststellen durfte unglaublich überlaufene Wanderung, die einmal zwischen Mt Tongariro und Mt Ngauruhoe entlang geht. Abgesehen von den Menschenmassen, die wirklich kein Vergnügen waren, war die Wanderung selbst, die Aussichten und die Landschaft atemberaubend. Landschaftlich hat es mich doch sehr an Island erinnert.
Am nächsten Tag bin ich mit Muskelkater und mit, auf Grund von meinen alten Schuhen, schmerzenden Füßen nach Owhango weitergefahren, wo ich mich mit Hamish (der in Auckland wohnt und den ich letzten Sommer mit seinem Skateboard in den USA kennengelernt hatte) getroffen habe. Er begleitet mich mit dem Fahrrad zurück bis nach Auckland.


During my first stay with Stuart, two months ago, he gave me plenty of tips for hiking, cycling and places to see in the South Island. And he was a great help this time too. So on 15 February I headed off from Wellington to Palmerston North by train with a new plan and plenty of tips. There I was welcomed by Stuart’s sister and her husband. Due to bad weather I stayed and helped on the farm for a day, leaving a day later than I had expected. I herded bulls and cows to other paddocks, visited a “livestock auction”, moved manure with a shovel (great upper body exercise;)) and used a chainsaw for the first time. We laughed a lot, I learnt a lot and was once again I was a little sad to move on the next day. I travelled to Whanganui on secondary roads, from where I took the ‘Whanganui River Road’ to the north. The road had little traffic but was very hilly. The climb up from Pipiriki back to Highway 4 was the most exhausting climb on this road. My thermometer showed 35°C and the humidity was about 80%. Finally summer had arrived! Even with the high heat and humidity, I enjoyed the remoteness and the landscape.
In National Park I arranged last minute to meet up with Michael Kracke. He is the owner of the bike shop in my home town and one of my sponsors. As he was in New Zealand to visit his daughter,  he offered to meet. He checked my bike including the gears and brakes. He was very impressed what great condition my bike is still in, even though I have already ridden 14,500 km on it. We changed my back tire for the first time, which was not as worn as we had expected considering how far I travelled on it. Afterwards we had dinner and a beer and chatted about my trip.
On 21 February, I left my bike at the campsite in National Park and headed off with my backpack to Tongariro National Park. On my first day I did a short hike to the Tama Lakes. The next morning I hitchhiked from my wild camping spot to the starting point of the Tongariro Crossing. Tongariro Alpine Crossing has a total length of 19.4km and passes Mt Tongariro and Mt Ngauruhoe. It was the busiest hike I´ve done so far. Apart from the crowds (which were no pleasure at all) the hike, views and scenery were breathtaking. The landscape reminded me of Iceland.
The next day, with sore muscles, I continued on towards Owhango to meet Hamish (who lives in Auckland and who I met last summer with his skateboard in the USA). He will cycle with me on my journey back to Auckland.

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